Luftaufnahme des Stuttgarter Flughafens mit parkenden Flugzeugen vor den Terminalgebäuden (Foto: dpa Bildfunk, Markus Mainka)

Neue Gebührenordnung für Stuttgarter Flughafen Umweltschädliche Flüge werden teurer

Mit neuen Start- und Landegebühren will der Flughafen Stuttgart ab 1. Juli dafür sorgen, dass die Airlines leisere und spritsparendere Flugzeuge einsetzen.

Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg hat die neue Entgeltordnung genehmigt, die Fluggesellschaften belohnt, wenn sie moderne und weniger umweltschädliche Flieger einsetzen. In der Summe sollen die Gesellschaften aber nicht mehr bezahlen. Der Flughafen Stuttgart will mit finanziellen Anreizen sein Ziel erreichen, zu den nachhaltigsten Flughäfen in Europa zu gehören.

Schutz der Nachbarschaft vor Fluglärm

Je lauter ein Flugzeug ist, desto teurer werden Start oder Landung für die Fluggesellschaft. Für eine ältere Boeing 747, die in der höchsten Lärmklasse eingestuft ist, werden statt 1.400 künftig 8.000 Euro fällig. In der Klasse darunter, in die zum Beispiel die DC 9 und DC 10 fallen, sind es 4.000 statt 900 Euro. Die meisten Flugzeuge, die Stuttgart anfliegen, liegen in den mittleren Klassen. Auch sie müssen ab dem 1. Juli mehr bezahlen. Besonders teuer werden Starts und Landungen am späten Abend und in der Nacht. Da kommen auf die Gebühren noch Zuschläge, je nach Uhrzeit kann sich der fällige Betrag bis zu vervierfachen. Dahinter steht die Bemühung, solche Flüge möglichst zu vermeiden.

Alternative Kraftstoffe statt Kerosin

Die Airlines sollen auch animiert werden, statt des herkömmlichen fossilen Kerosins strombasierte alternative Kraftstoffe (Power-to-Liquid) zu tanken. Davon verspricht sich der Flughafen einen weiteren Anreiz für nachhaltigeres Fliegen. Damit beweist er laut Verkehrsministerium, dass er die Herausforderungen erkannt hat, denen sich der Luftverkehr angesichts des Klimawandels stellen muss. Dafür gibt es einmalig eine halbe Million Euro, mit der das Tanken des alternativen Flugkraftstoffs gefördert werden soll.

Vielflieger erhalten Rabatt

Je mehr Passagiere eine Gesellschaft transportiert, desto günstiger werden die fälligen Gebühren. Bei jährlich 250.000 Fluggästen sinken sie um fünf Prozent, bei 1,5 Millionen Personen pro Jahr beträgt der Rabatt 20 Prozent. Billiger wird es auch, wenn die Flugzeuge im Jahresschnitt zu mehr als 85 Prozent besetzt sind. So will der Betreiber die Infrastruktur besser auslasten, in die immer weiter investiert werden muss.

Dauer

Der Flughafen Stuttgart erhebt Gebühren für Starts und Landungen, außerdem müssen die Fluggesellschaften ein Passagierentgelt, ein Sicherheitsentgelt und ein Abstellentgelt bezahlen. Insgesamt nimmt er daraus etwa 100 Millionen Euro pro Jahr ein.

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