Nächster Schritt auf Stuttgarter Baustelle Erste freistehende Kelchstütze auf S21-Baustelle teilweise freigelegt

Vor knapp einem Monat ist die erste von insgesamt 28 Kelchstützen für den neuen Stuttgarter Tiefbahnhof betoniert worden – nun wird das gegossene Bauteil Stück für Stück freigelegt.

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Wenn der trichterförmige Koloss aus Beton freigelegt ist - also ausgeschalt, wie es in der Fachsprache heißt - , dann ist das erste rund zwölf Meter hohe Dachteil mit der Öffnung für ein Lichtauge damit im Rohbau hergestellt. Am Freitag lud die Bahn für einen Pressetermin auf die Baustelle ein und vermittelte einen ersten Eindruck von der Geometrie des Bauteils.

Eine Stütze kostet 2,8 Millionen Euro

Die vorgestellte Stütze gleicht in ihrem Inneren einem 3D-Puzzle: Sie besteht aus 22.000 einzelnen Stahlstreben. Ein Höchstleistungsrechner der Universität Stuttgart hat errechnet, wie die Einzelteile zusammengesetzt werden müssen. Insofern wundern Kosten von laut Bahn 2,8 Millionen Euro pro Kelchstütze nicht.

Ein Spezialfahrzeug hat am Freitag begonnen, die Schaltürme vom oberen Bereich der Kelchstütze, der Blüte, zu entfernen. Der Blütenkranz, die sogenannte Hutze, soll laut Bahn erst später betoniert werden. Dazu soll ein Teil der Schalung am Bauwerk bleiben. Parallel laufen demnach derzeit die Vorbereitungen für den Bau der zweiten Kelchstütze. Insgesamt werden es 28 Stück. Auf ihnen ruht das spätere Dach der rund 450 Meter langen Bahnhofshalle.

1.000 Quadratmeter Fläche für eine Stütze

Für die erste Kelchstütze waren im Oktober rund 700 Kubikmeter Material in gut hundert Betonmischer-Ladungen angeliefert worden. Im Fuß des Bauteils waren bereits 35 Kubikmeter Beton verarbeitet. Für eine einzige Kelchstütze muss eine Fläche von mehr als tausend Quadratmetern gefüllt werden. Bei den Kelchstützen für den neuen Tiefbahnhof handelt es sich laut Bahn um Betonschalenkonstruktionen, die in dieser Form noch nie gebaut wurden.

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