Ein toter Fisch schwimmt im Max-Eyth-See (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)

Maßnahmen gegen Fischsterben Belüftung und Frühwarnsystem für Max-Eyth-See

Wie geht es nach dem Fischsterben im Stuttgarter Max-Eyth-See weiter? Die von der Stadt vorgestellten hat Maßnahmen lehnt der Württembergische Anglerverein ab - und hat eine eigene Idee.

Dauer

Das Thema Max-Eyth-See habe hohe Priorität im Stuttgarter Rathaus, sagte Fritz Kuhn am Mittwoch bei einem Pressegespräch. Das große Fischsterben Anfang September sei ein "großer Schock" gewesen, so der Oberbürgermeister wörtlich. Deshalb wolle man kurzfristig Maßnahmen ergreifen, die das Kippen des Sees verhindern. Man wolle die Risiken senken, könne allerdings nicht ausschließen, dass der Max-Eyth-Sees eines Tages wieder kippt, so Kuhn weiter. Das Problem sei die Komplexität des Sees: zu wenig Wind in der Region, zu viel Hitze im Sommer und kein ausreichender Wasseraustausch.

Frühwarnsystem soll entwickelt werden

Die Stadt Stuttgart will laut OB Kuhn den See besser belüften. In diesem Zusammenhang sind drei Pumpen im See im Gespräch. Ausserdem sei man derzeit dabei, ein Frühwarnsystem zu entwickeln, das schon bei einem Sauerstoffwert von weniger als sechs Milligramm pro Liter anschlägt. Auch werde geprüft, wie durch mehr Frischwasser die Wasserqualität verbessert werden könne.

Anglerverein fordert, Damm zwischen See und Fluss aufzureißen

Hans-Hermann-Schock, Vorsitzender des Württembergischen Anglervereins, kritisiert im Interview mit dem SWR die vorgestellten Maßnahmen der Stadt als "technokratisch". Stattdessen biete sich eine natürliche Maßnahme an. Er schlägt vor, dass der Damm zwischen Neckar und Max-Eyth-See geöffnet wird. Der Neckar hätte dadurch einen "wunderbaren Altarm-Nebenanschluss mit einer Ruhezone für Fische" und der Max-Eyth-See hätte "immer Wasser mit genügend Sauerstoff ohne Pumpen und ohne technisches Hilfswerk und ohne nächtelanges Einsammeln von toten Fischen".

Anfang September war der Wert unter zwei Milligramm pro Liter gefallen und der See gekippt. Dabei starben schätzungsweise rund 50.000 Fische.

STAND