Der Angeklagte in einem Prozess nach einem tödlichem Unfall wird in einem Gerichtssaal des Landgerichts Stuttgart an seinen Platz geführt. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Nach Entscheidung des Landgerichts Eltern gehen gegen Urteil im Stuttgarter Raser-Prozess vor

Das Urteil des Stuttgarter Landgerichts im Raser-Prozess wird nicht rechtskräftig. Das hat eine Anwältin der Nebenklage am Dienstag dem SWR erklärt. Sie vertritt die Eltern der verstorbenen jungen Frau.

Die Eltern der bei dem Unfall verstorbenen 22-jährigen Frau wollen das Urteil des Stuttgarter Landgerichts nicht akzeptieren. Nach Auskunft ihrer Anwältin werden sie in Revision gehen. Sie fordern weiterhin, dass der 21-Jährige wegen Mordes verurteilt wird. Darüber muss dann der Bundesgerichtshof in Karlsruhe entscheiden.

Nebenklage-Vertreter Christoph Arnold sagte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, das Urteil sei sowohl rechtlich als auch moralisch falsch. Der Angeklagte habe den Tod des Paares billigend in Kauf genommen. Deshalb hätte er mindestens wegen Totschlags verurteilt werden müssen.

"Dass sie ein Mörder sind, konnten wir nicht feststellen."

Vorsitzende Richterin am Stuttgarter Landgericht zum 21-jährigen angeklagten Raser

Das Stuttgart Landgericht war vergangene Woche in seinem Urteil zu dem Schluss gekommen, dass der 21-Jährige mit seiner Raser-Fahrt in einem gemieteten Jaguar für den Tod eines junges Paares verantwortlich ist. Die Kammer sah jedoch keinen Vorsatz und wies daher die Mordanklage ab. Stattdessen verurteilte es den jungen Mann wegen illegalen Autorennens mit Todesfolge und vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs zu einer Jugendstrafe von fünf Jahren Haft. Außerdem bekommt der junge Mann nach der Haftentlassung seinen Führerschein für mindestens vier Jahre nicht zurück. Das Gericht stützte sich bei der Entscheidung auf ein vor zwei Jahren neu eingeführtes Gesetz, mit dem Raser stärker bestraft werden sollen.

Staatsanwaltschaft will sich äußern

Auch die Staatsanwaltschaft Stuttgart hatte in dem Verfahren auf Mord plädiert. Wie ein Sprecher dem SWR sagte, werde die Staatsanwaltschaft bis Freitag über eine mögliche Revision entscheiden.

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