Urteil im Prozess nach Karussell-Unglück in Remseck Schmerzensgeld für die Kinder

Das Amtsgericht Ludwigsburg hat einen Karussell-Betreiber wegen des Unglücks im Juli 2018 in Remseck verwarnt. Er und der zweite Angeklagte zahlen den verletzten Kindern Schadenersatz.

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Das Straßenfest in Remseck (Kreis Ludwigsburg) endete im Juli 2018 mit einem Drama. Eine Gondel löste sich bei voller Fahrt aus der Verankerung und stürzte ab. Vier Kinder wurden bei dem Unfall verletzt. Ein elfjähriger Junge musste auf der Intensivstation behandelt werden.

Insgesamt 3.000 Euro Schmerzensgeld für die Kinder

Die Amtsrichterin in Ludwigsburg sprach eine Verwarnung gegen den Karussell-Betreiber wegen gefährlicher Körperverletzung aus. Sie sah es als erwiesen an, dass er das Karussell nicht sorgfältig genug kontrolliert hatte. Der 48-Jährige zahlt den verletzten Kindern freiwillig insgesamt 2.000 Euro Schmerzensgeld. Er hatte sie im Prozess um Entschuldigung gebeten und angegeben, dass er das Karussell nach bestem Wissen korrekt aufgebaut habe.

Betroffener Vater ist enttäuscht über das Urteil

Der zweite Angeklagte war wegen Urkundenfälschung angeklagt. Er ließ sich auf einen Deal ein und zahlt den Kindern insgesamt 1.000 Euro Schmerzensgeld. Beide Angeklagte hatten im Prozess bestritten, gefälschte TÜV-Berichte vorgelegt zu haben.
Der Vater eines der Kinder zeigte sich sehr enttäuscht nach dem Urteil. "Ich habe schon was Anderes erwartet", sagte er dem SWR. "Der Karussellbetreiber trägt mit Sicherheit eine Schuld mit. Er muss danach gucken, dass seine Geräte in Ordnung sind."

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