Luftaufnahme der Baustelle des Bauprojekts Stuttgart 21. (Foto: picture-alliance / dpa, Bernd Weißbrod)

Lenkungskreis-Treffen in Stuttgart S21-Projektpartner wollen ETCS-Signaltechnik

Mithilfe digitaler Technik wollen die Stuttgart-21-Projektpartner die Kapazitäten von Fernzügen und S-Bahnen um zehn Prozent erhöhen. Wer das bezahlt, ist jedoch offen.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Beim 21. Treffen der S21-Projektpartner am Montag in Stuttgart herrschte Einigkeit: Die Deutsche Bahn, das Land, die Stadt und der Verband Region Stuttgart sind dafür, dass im Knoten Stuttgart auf der neuen Strecke vom Hauptbahnhof über den Flughafen bis nach Wendlingen die neue Lenk- und Sicherungstechnik ETCS installiert wird.

Landesverkehrsminister Hermann (Grüne) sagte, alle Projektpartner seien überzeugt, dass man die Chance nutzen müsse, die neueste Technologie der Zugsteuerung auch bei S21 zu realisieren. "Wir streben gemeinsam an, dass dieser Knoten Pilotprojekt für Deutschland wird. Es gibt vergleichbare Knoten, aber keinen Knoten, der gerade neu gebaut wird. Insofern wäre es ein Treppenwitz der Geschichte, wenn im Neubau noch alte Technik stattfinden würde", so Hermann.

Bahn erhofft sich dichtere Taktzeiten

ETCS steht für "European Train Control System" - ein europäisches System, das unter anderem Signale vereinheitlicht und für mehr Sicherheit sorgen soll. In Hochgeschwindigkeitszügen wird ETCS bereits eingesetzt. Im S-Bahn-Verkehr in Stuttgart fehlen hingegen Erfahrungen. Experten erhoffen sich, dass damit die Zugfolgezeiten verkürzt und mehr Bahnen abgewickelt werden können.

ETCS und damit ein effektiverer Bahnverkehr wäre auch eine Chance im Kampf gegen Schadstoffe und die dicke Luft in Großstädten, so der Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne): „Das wäre ein großes Leuchtturmprojekt für die Digitalisierungsstrategie des Bundes, auch unter Klimaschutzgesichtspunkten."

Wer bezahlt das?

Die Einrichtung der ETCS-Technik zwischen Stuttgart und Wendlingen ist eines von bundesweit drei Digitalisierungs-Projekten der Bahn, die bis 2025 umgesetzt werden sollen. Die Bahn will damit dichtere Taktzeiten ermöglichen. Die Finanzierung - über die für Stuttgart 21 veranschlagten 8,2 Milliarden Euro hinaus - steht allerdings noch aus. Der Bund müsse dafür 300 Millionen Euro bereitstellen, so Bahnvorstand Ronald Pofalla.

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