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Langzeitmätresse des württembergischen Herzogs Vor 275 Jahren starb Wilhelmine von Grävenitz

Skrupellos und prunksüchtig: Christine Wilhelmine von Grävenitz
bestimmte als Mätresse des württembergischen Herzogs Jahrzehnte die
Landespolitik. Im Volk galt sie nur als "Landverderberin".

Das Barockschloss Ludwigsburg galt schon bald nach seiner Gründung vor über 300 Jahren im Land als "Lumpenburg". Dafür hatte das Volk, das noch schwer unter den Folgen des Dreißigjährigen Krieges und unter den fortgesetzten Raubzügen der Franzosen litt, auch einige Gründe - herrschte doch am Hof von Anfang an ein sittenloses Leben. Dabei ging der württembergische Herzog Eberhard Ludwig (1676 - 1733) mit schlechtem Beispiel voran: Fast drei Jahrzehnte lebte er in einem ehebrecherischen Verhältnis mit Christine Wilhelmine von Grävenitz (1686-1744)

Die im Volk stets "Landverderberin" genannte Mätresse war bekannt und gefürchtet wegen ihrer Prunk- und Herrschsucht und wegen ihrer Skrupellosigkeit.

Ihren Freunden schob sie hoch dotierte und einflussreiche Stellen zu. Am Schluss war das Kammergut des Herzogs weitgehend verpfändet, das Kirchengut befand sich am Rande des Bankrotts. Wegen der Grävenitz verfiel das Herzogtum in eine außenpolitische Agonie und verpasste restlos alle Möglichkeiten, die sich ihm damals für Gebietserweiterung oder Rangerhöhung boten.

Die Langzeitmätresse des Herzogs starb am 21. Oktober vor 275 Jahren in Berlin.

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