Landesregierung lässt Lärmschutzwände streichen B14 in Stuttgart: Fassadenfarbe soll Luft verbessern

An der B14 in Stuttgart werden derzeit 30 Lärmschutzwände mit einer Spezialfarbe gestrichen. Damit soll die Luft verbessert und weitere Diesel-Fahrverbote vermieden werden.

Im Februar hatte die baden-württembergische Landesregierung ein ganzes Maßnahmenpaket beschlossen, um die Luft in Stuttgart zu verbessern - unter anderem an vielbefahrenen Straßen wie der B14. Eine der Maßnahmen wird seit Freitag in die Tat umgesetzt. Maler sind damit beschäftigt, auf die Lärmschutzwände schadstofffressende Farbe aufzubringen.

Umwandlung von Stickstoffdioxiden

Die neue Farbe an den Liegenschaften des Landes - dazu gehören die Lärmschutzwände an der B14 - sollen Stickstoffdioxid in Nitrat umwandeln. Die Farbe funktioniert nach dem Prinzip der Fotokatalyse. Der Fotokatalysator Titandioxid ist enthalten, der Stickstoffdioxid durch die Einwirkung von Licht umwandeln kann.

Neuer Straßenbelag und Kombifilter

Neben der luftreinigenden Fassadenfarbe setzt die Landesregierung auch auf einen fotokatalytischen Straßenbelag. In der ersten Woche der Osterferien wird dieser zwischen Neckar- und Heilmannstraße aufgebracht. Außerdem sollen in den 17 Feinstaub-Filtersäulen der Firma Mann + Hummel an der B14 die Feinstaubfilter durch Kombifilter ersetzt werden. Diese sollen nicht nur Feinstaub, sondern auch Stickstoffdioxid absorbieren. Wenn die Kombifilter funktionieren, sollen sie auch in anderen Städten eingesetzt werden.

Krebserregender Stoff?

Die Umweltschutzorganisation BUND ist allerdings skeptisch. Die Fotokatalyse sei sehr umstritten, sagte der Geschäftsführer des BUND Stuttgart dem SWR. "Es gibt Hinweise vonseiten der EU, dass dieser Stoff Titandioxid unter Umständen sogar krebserregend ist." Eine endgültige Bewertung solle es in den nächsten Wochen geben. Landesämter wie das Landesgesundheitsamt urteilten allerdings, dass nach derzeitigem Wissensstand kein Gesundheitsrisiko bestehe.

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