700 Gäste beim Neujahrsempfang der Landesregierung Baden-Württemberg (Foto: SWR)

Landesregierung Baden-Württemberg Neujahrsempfang im Zeichen der Europawahl

Der Neujahrsempfang der Landesregierung stand im Zeichen eines geeinten Europas. Das Jahr 2019 könne wegen der Europawahl in die Geschichtsbücher eingehen, sagte Ministerpräsident Kretschmann.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) begrüßte beim Neujahrsempfang der Landesregierung am Freitagabend im Neuen Schloss in Stuttgart rund 700 Gäste - darunter viele Ehrenamtliche, die sich in besonderer Weise um den europäischen Gedanken verdient gemacht haben. Nur mit einem vereinten Europa werde es uns gut gehen, betonte Kretschmann. Nationalismus sei keine Lösung für die Probleme der EU. "Die Probleme unserer Zeit mit Nationalismus kurieren zu wollen ist in etwa so schlau, wie ein gebrochenes Bein mit konzentrierter Schwefelsäure zu behandeln", sagte Kretschmann.

Dauer

Hoffnung auf ein starkes, geeintes Europa

Aufgrund der kommenden Europawahl kündigte er 2019 als ein "entscheidendes Jahr" an, das "wahrscheinlich sogar eins für die Geschichtsbücher" werden könne. Nach Ansicht Kretschmanns haben die europäischen Staaten das Potenzial, die Welt gemeinsam zu stabilisieren. "Wenn wir uns nicht zusammentun, werden wir zum Spielball von Großmächten und Autokraten werden", warnte er. Der Ministerpräsident lobte hierbei Menschen, die sich für Europa stark machen.

"Etwas mehr Zeit für die Briten wäre sinnvoll."

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident BW

Er zeigte sich aber auch besorgt angesichts der Entwicklung in Großbritannien, das die Europäische Union voraussichtlich am 29. März verlassen wird. Gerade die Automobilindustrie ist stark mit Großbritannien verflochten. "Großbritannien ist einer unserer wichtigsten Handelspartner", so Kretschmann. Er plädierte für mehr Zeit für die Entscheidung über den Brexit. Das Ganze dürfe nicht an ein paar Wochen scheitern.

Ein neues Europa-Leitbild für Brüssel

Zu dem Neujahrsempfang der Landesregierung unter dem Motto "Europa" waren auch zufällig ausgewählte Bürger eingeladen, die in der Veranstaltungsreihe "Europadialog" der Regierung ihre Meinungen kundgetan hatten. Die Ergebnisse flossen in ein neues Europa-Leitbild der Landesregierung ein, das am Montag in Brüssel an den Präsidenten der Europäischen Union, Jean-Claude Juncker, übergeben werden soll.

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