Joannis Sakkaros (Foto: SWR)

Kommunalpolitik Stuttgart Grüne kritiseren Sakkaros CDU-Beitritt als Wählertäuschung

Die Grünen im Stuttgarter Gemeinderat haben den CDU-Beitritt des bislang parteilosen Fahrverbotsgegners Ioannis Sakkaros kritisiert. Sie werfen ihm Wählertäuschung vor. Mit Sakkaros hat die CDU-Fraktion jetzt zwölf Stadträte.

Nach dem Bekanntwerden von Sakkaros CDU-Beitritt haben die Grünen ein Schreiben veröffentlicht, in dem sie ihm Wählertäuschung vorwerfen. "Proteststimmen, die auch gegen die CDU gerichtet waren, werden nun in Gemeinderatssitze für die CDU verwandelt", heißt es in dem Schreiben. Das sei eine eigenartige Auslegung des Wählerwillens.

CDU-Fraktionschef Kotz ist begeistert

Mit Sakkaros Beitritt bekommt die Stuttgarter CDU einen Sitz mehr im Gemeinderat. Bei der Wahl in Stuttgart Ende Mai hatten die Christdemokraten unter Fraktionschef Alexander Kotz deutliche Verluste hinnehmen müssen, ihr Stimmenanteil sank von 28,3 auf 19,4 Prozent. Damit hatten sie sechs Sitze verloren und waren nur noch mit 11 Gemeinderäten vertreten. Dank Ioannis Sakkaros ist es jetzt einer mehr. Fraktionschef Kotz spricht von einer Bereicherung für seine Partei. Das hat er im SWR4-Interview mit Diana Hörger gesagt:

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Mit Diesel-Fahrverbots-Demos bekannt geworden

Der Porsche-Mitarbeiter Sakkaros war als Organisator der Demonstrationen gegen die Diesel-Fahrverbote in Stuttgart bekannt geworden. Dabei hatte sich der 26-Jährige immer bewusst überparteilich gegeben. Bei der Gemeinderatswahl Ende Mai war er mit einer eigenen Liste "Kein Fahrverbot in Stuttgart" angetreten und als Stadtrat ins Kommunalparlament gewählt worden.

"Profil der Partei deckt sich mit politischen Vorstellungen"

Am Wochenende habe er einen Mitgliedsantrag gestellt, bestätigte Sakkaros auf SWR-Anfrage. Damit werde er sowohl Parteimitglied als auch Mitglied der CDU-Fraktion im Rathaus. Sakkaros sagt, er habe eine Fraktion gebraucht, um an der Arbeit in den Ausschüssen teilnehmen zu können. Außerdem decke sich das Profil der Partei mit seinen politischen Vorstellungen.

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