Kolonialismus Schädel aus Stuttgart und Freiburg an Australien zurückgeben

Das Land Baden-Württemberg hat am Freitag in Stuttgart die sterblichen Überreste von zehn Menschen an Australien zurückgegeben. Zwei Schädel kommen dabei aus einem Stuttgarter Museum.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Aus dem Bestand des Linden-Museums kommen nach Informationen des Wissenschaftsministeriums zwei Schädel, acht weitere von der Universität Freiburg. Sie waren im 19. und 20. Jahrhundert für Kolonial- und sogenannte Rassekundesammlungen beschafft worden.

Aufarbeitung angekündigt

Im Rahmen einer kleinen Zeremonie entschuldigte sich Staatssekretärin Petra Olschowski im Namen des Landes Baden-Württemberg dafür, dass die menschlichen Überreste erst nach einem Jahrhundert den Weg zurück in ihre Heimat antreten könnten. Gleichzeitig kündigte sie an, sämtliche staatliche Museen, Hochschulen und Universitätskliniken im Land auf Bestände aus der Kolonialzeit prüfen zu lassen. Bis zum Frühherbst werden erste Ergebnisse erwartet.

Botschafterin: eminent wichtige Angelegenheit

Stellvertretend für die indigenen Gemeinschaften nahm die australische Botschafterin Lynette Wood die sterblichen Überreste in Empfang. Die Rückführung habe für die Aborigines eine besondere spirituelle Bedeutung, so Wood.

Nicht die erste Rückgabe

Die Rückgabe in Stuttgart ist Teil einer Reihe ähnlicher Veranstaltungen, bei der die sterblichen Überreste von insgesamt 53 indigenen Australiern aus deutschen Museen und Forschungsinstituten zurückgegeben werden. Am Dienstag waren in München die Gebeine eines Ureinwohners übergeben worden. In der kommenden Woche ist ein weiterer Termin in Berlin geplant.

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