Kampagne in Stuttgart Schlauer als ein Bauer? Werbung für E-Roller verärgert Ministerium

"Sei schlauer und kein Bauer - nutze die Elektro Power": Diesen Slogan eines Ludwigsburger Start-ups finden Landwirte gar nicht lustig. Und auch das Verkehrsministerium reagiert deutlich.

Das umstrittene Werbeplakat für E-Roller (Foto: CDU Landtagsfraktion Baden-Württemberg)
Dieses Plakat hat nicht nur den Landtagsabgeordneten Karl Rombach (CDU) verärgert. CDU Landtagsfraktion Baden-Württemberg

Auf dem Werbebanner für E-Roller steht: "Sei schlauer und kein Bauer - nutze die Elektro Power." 

Da auf dem Banner auch das Landeswappen prangt, hat sich der Landtagsabgeordnete Karl Rombach (CDU) - selbst ein Landwirt - mit einer schriftlichen Anfrage an die Landesregierung gewandt. Er will erfahren, ob die aus seiner Sicht diskriminierende Werbung vom Verkehrsministerium des Landes gefördert wird. "Über eine solche Werbung, die einen ganzen Berufsstand diskriminiert, bin ich doch sehr irritiert", so Rombach.

Firmen-Chef gibt sich kleinlaut

In der Firma bedauert man den Spruch, spricht von "einem ganz unglücklichen Wortspiel". "Da geht ein riesiger Shitstorm über uns drüber", sagte der Chef des Start-ups mit Sitz in Ludwigsburg. Man habe das Banner am Mittwoch auf - und nach bösen Reaktionen am Donnerstag gleich wieder abgehängt. Er habe sehr viele Telefonate mit erbosten Landwirten geführt. "Wir möchten keinem Bauern zu nahe treten und nicht den Berufsstand verunglimpfen."

Auch das Verkehrsministerium sei in keinster Weise eingebunden gewesen, man habe das Logo des Landes ohne Wissen des Ministeriums verwendet. "Wir wussten nichts davon und waren verärgert", sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums.

Ministerium reagiert verärgert

"Keineswegs ist es so, dass das Ministerium diese Art der Werbung unterstützt oder gar gefördert hat. Nachdem wir von dem Slogan und der Verwendung des Logos erfahren haben, haben wir von dem Unternehmen umgehend verlangt, dies öffentlich klarzustellen“, so das Ministerium in einer Pressemitteilung. Die Firma habe zwar in der Vergangenheit einmalig eine 5.000-Euro-Förderung des Landes bekommen. Mit der Plakataktion habe dies aber nichts zu tun.

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