Eine Frau schenkt in der Leonhardskirche Kaffee aus (Foto: SWR)

Jeder gibt, was er kann 25 Jahre Vesperkirche in Stuttgart

Die älteste Vesperkirche überhaupt öffnete 1993 in der Leonhardskirche in Stuttgart ihre Tore für Bedürftige. Ab Mitte Januar gibt es dort wieder warme Mahlzeiten und Getränke.

Deutschlands erste Vesperkirche in Stuttgart geht 2019 in ihr 25. Jahr. Vom 13. Januar an werden in der Leonhardskirche in der Stuttgarter Innenstadt wieder sieben Wochen lang Tag für Tag rund 800 Mahlzeiten an Bedürftige verteilt.

Mahlzeiten, Gottesdienste und Kulturprogramm

Wie die Organisatoren des Evangelischen Kirchenkreises Stuttgart am Donnerstag mitteilten, werden im Rahmen der Vesperkirche auch Gottesdienste gefeiert, es gibt ein Kulturprogramm und Gesundheitsversorgung durch Ärzte. Sogar ein Friseur ist da. In den 1990er Jahren hatte der inzwischen verstorbene Diakoniepfarrer Martin Friz die Vision, Menschen aus allen Armutsgruppen an einen Tisch zu bringen. Inzwischen gibt es in Baden-Württemberg mehr als 30 Vesperkirchen, bundesweit rund 50.

"Jeder gibt, was er kann"

Obdachlose, Arbeitslose, Rentner oder Alleinziehende – die Vesperkirche will ein Raum sein, um jedem Menschen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, sagte Dekan Eckart Schultz-Berg. Seit Anfang dieses Jahres verfahre man bei der Bezahlung nach dem Grundsatz "Jeder gibt, was er kann". In den Jahren zuvor habe ein warmes Essen hier 1,20 Euro gekostet. Verteilungskämpfe gebe es nicht, betont der Dekan. Wenn man 1.000 Essen brauche, würden eben 1.000 geordert. Die Hoffnung, dass das reiche Stuttgart so etwas mal nicht mehr brauche, habe man aufgegeben. Er sage nur, reiche Stadt, teure Stadt.

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