Das ehemalige Kinderheim St. Josef in Ludwigsburg-Hoheneck (Foto: (privat))

Jahrzehntelange Gewalt Ohrfeigen, Prügel und Kopfnüsse in Ludwigsburger Heim

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Ehemalige Heimkinder eines früheren Kinderheims in Ludwigsburg-Hoheneck haben bestätigt, dass sie jahrzehntelang ständiger Gewalt und seelischer Grausamkeit ausgesetzt worden sind.

Die ehemaligen Heimkinder des Kinderheims St. Josef sind nicht die einzigen, die jetzt dem SWR bestätigt haben, dass sie jahrzehntelang ständiger Gewalt, Misshandlung und seelischer Grausamkeit ausgesetzt waren.

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Auch eine ehemalige Praktikantin, die von August 1974 bis Juli 1975 im Kinderheim St. Josef arbeitete, bestätigte gegenüber dem SWR den besonders lieblosen Umgang mit den Kindern. Sie meldete ihre Eindrücke sowohl dem Jugendamt Ludwigsburg als auch dem Caritasverband Stuttgart.

Ahnungsloses Jugendamt

Mit beiderseitigem Einverständnis sei das Kinderheim St. Josef 1992 geschlossen wurden. Die Gründe hierfür seien Überforderung, ein weltfremder Erziehungsstil und Personalengpässe gewesen. Das Jugendamt Ludwigsburg will nichts von systematischer physischer und psychischer Gewalt gewusst haben, so der ehemalige Jugendamtsleiter in Ludwigsburg, Roland Stäbler.

Untersuchung der Misshandlungsvorwürfe

Das unabhängige Münchner Institut IPP, das bereits den Missbrauchsskandal an der Odenwaldschule aufklärte, soll jetzt die Misshandlungsvorwürfe im katholischen Kinderheim St. Josef untersuchen. Mögliche Opfer und Zeitzeugen können sich beim IPP melden. Das Kinderheim St.Josef wurde mit dem Kloster in Ludwigsburg-Hoheneck 1930 erbaut und von Schwestern des Karmelitinnen-Ordens geführt.

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