Eine Messstation, die die Luftqualität misst, steht vor dem Hauptbahnhof in Stuttgart, im Hintergrund ist ein Bus zu sehen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)

Verkehrsministerium zieht erste Bilanz Hermann: "Luftreinhalte-Maßnahmen in Stuttgart wirken"

Das Verkehrsministerium in Baden-Württemberg hat nach vier Monaten Dieselfahrverbot in Stuttgart eine positive Bilanz gezogen. Die Messwerte an den "Hotspots" seien demnach gesunken.

Alte Dieselfahrzeuge seien ersetzt worden, es werde weniger Auto gefahren und die Stickoxid-Messwerte an den "Hotspots" in Stuttgart seien gesunken, schreibt das Verkehrsministerium in einer Pressemitteilung.

Hermann: Maßnahmen zeigen Wirkung

Im Jahr 2018 seien ein Fünftel der alten Dieselautos (Euro 5 und älter) durch sauberere Fahrzeuge ersetzt worden. Innerhalb der ersten vier Monate 2019 waren es laut Verkehrsministerium ein weiteres Fünftel. "Unsere Maßnahmen zur Luftreinhaltung wirken. Das ist gut für die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger," sagte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) am Freitag. So haben laut dem Minister mehr als 8.000 Fahrzeughalter in Stuttgart ihre alten Diesel-Fahrzeuge abgegeben.

Weniger Fahrzeuge am Neckartor unterwegs

Am Neckartor in Stuttgart wird regelmäßig eine der bundesweit höchsten Konzentrationen von Stickoxid gemessen, hier habe der Autoverkehr weiter abgenommen, erklärte Hermann. In den ersten vier Monaten des Jahres seien dort pro Tag im Schnitt 62.700 Fahrzeuge unterwegs gewesen, 2.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. "Drei Prozent weniger Autoverkehr machen für die Luft schon etwas aus," so Hermann.

Dörflinger: "Rückgang ist eine Sensation"

Die Grenzwerte am Neckartor werden dennoch weiterhin deutlich überstiegen. Die in den ersten vier Monaten 2019 gemessenen 59 Mikrogramm liegen aber deutlich unter dem Jahresmittelwert 2018 von 71 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, betont das Verkehrsministerium. Der Verkehrsexperte der CDU im Landtag, Thomas Dörflinger, meinte: "Auch wenn die Messwerte des gesamten Jahres entscheidend sein werden - der Rückgang von 71 auf 59 Mikrogramm am Neckartor ist eine Sensation."

An der Hohenheimer Straße (56 Mikrogramm pro Kubikmeter) liege der Wert neun Mikrogramm pro Kubikmeter unter dem Vorjahreswert. "Auch das Wetter hat hier immer einen Einfluss, doch sicher ist, dass die Maßnahmen wirken," sagte Hermann.

Diesel-Fahrverbote in Stuttgart

In Stuttgart gilt seit dem Jahresbeginn ein Fahrverbot für Diesel-Autos der Euronorm 4 und schlechter. Dieses Verbot bezeichnete Hermann als "unvermeidbar". Die grün-schwarze Landesregierung will die drohenden Fahrverbote für Diesel-Autos der Euronorm 5 verhindern. Deshalb waren eine Reihe von Maßnahmen zur Luftreinhaltung auf den Weg gebracht worden.

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