In der Region Stuttgart soll das schnelle Internet ausgebaut werden. (Foto: picture-alliance / dpa, Christian Ohde)

Telekom und Region Stuttgart investieren 1,6 Milliarden Euro Schnelles Internet für alle und 5G-Netz

Die Telekom und die Region Stuttgart wollen 1,6 Milliarden Euro in den Ausbau des Glasfasernetzes stecken. Die Wirtschaftsförderung spricht von einem bundesweit einzigartigen Modellprojekt.

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Die Region Stuttgart soll als eine der ersten deutschen Regionen ein 5G-Netz für den Mobilfunk erhalten, gleichzeitig soll das Glasfasernetz für schnelles Internet ausgebaut werden. Laut der Wirtschaftsförderung des Verbands Region Stuttgart handelt es sich dabei um ein deutschlandweit einmaliges Modellprojekt, weil die Telekom erstmals ihre neue Strategie des partnerschaftlichen Ausbaus mit der öffentlichen Hand im großen Maßstab umsetze.

Eine entsprechende Absichtserklärung haben am Montag Vertreter der Deutschen Telekom und der Region Stuttgart unterzeichnet. Die Vertragsunterzeichnung solle Ende des Jahres folgen, hieß es am Montag.

Pressekonferenz der Telekom (Foto: SWR, Otmar Degen)
Am Montag wurde die Absichtserklärung für den Ausbau des schnellen Internets und der Mobilfunkversorgung unterschrieben. Otmar Degen

Schnelles Internet für alle

Das Vorhaben betrifft sowohl die Landeshauptstadt Stuttgart als auch die fünf umliegenden Landkreise Esslingen, Böblingen, Göppingen, Rems-Murr und Ludwigsburg - insgesamt 179 Städte und Kommunen. Das Ziel von Telekom und der Region ist es, bis zum Jahr 2022 etwa 90 Prozent der Unternehmen in Gewerbegebieten mit einem Glasfaseranschluss zu versorgen. Bis 2025 soll auch der Rest der Gewerbegebiete, förderfähige Schulen sowie die Hälfte aller Privathaushalte ans Glasfasernetz angeschlossen sein. Bis 2030 sollen dann 90 Prozent der Privathaushalte versorgt sein.

Mit Glasfaserkabeln sind weit höhere Bandbreiten und Anwendungen möglich wie etwa autonomes Fahren oder Industrie 4.0. Ohne Glasfaserausbau wäre der künftige Mobilfunkstandard 5G nicht realisierbar.

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Individueller Ausbauplan für jede Kommune

Die Verantwortlichen sprechen von einer Investition von 1,1 Milliarden Euro seites der Telekom plus weitere 500 Millionen Euro von kommunaler Seite. Der Landkreis Esslingen teilte am Montag mit, dass es sich dabei auch um materielle Leistungen wie Tiefbaumaßnahmen oder die Infrastruktur für Leerrohre handele. Ab Sommer werde die Telekom mit jeder Kommune individuelle Ausbaupläne erarbeiten. Mit der Kooperation vermeide man den unabgestimmten parallen Ausbau von kommunaler Seite und der Telekom und setze gemeinsam zielgerichtet die Ressourcen ein, so der Esslinger Landrat Heinz Eininger.

"Entscheidene Voraussetzung für autonomes Fahren"

Auch die Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart (IHK) begrüßt den Ausbau des Breitband- und Mobilfunknetzes. IHK-Präsidentin Marjoke Breuning sagte: "Damit wird unsere Region deutlich besser als bisher für die digitale Zukunft gerüstet sein." Claus Paal, Präsident der IHK-Bezirkskammer Rems-Murr betonte: "Wenn die Region darüber hinaus Pilotregion für den künftigen Mobilfunkstandard 5G wird, schaffen wir dadurch hervorragende Bedingungen für künftige digitale Lösungen und Geschäftsmodelle, vor allem aber auch eine entscheidende Voraussetzung für das autonome Fahren."

In einer kürzlich veröffentlichten IHK-Umfrage haben Unternehmen eine Breitbandanbindung und ein gutes Mobilfunknetz als die beiden wichtigsten Standortfaktoren angegeben. Gleichzeitig war die Zufriedenheit mit der Versorgung von der Note 2,2 im Jahr 2014 auf zuletzt 2,7 zurückgegangen.

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