Glosse | Luftreinhalteplan für Stuttgart Fortsetzung folgt!

Beleidigungen, Gerichtsklagen und die Androhung von Zwangsgeld - selten gab es schon im Vorfeld so viel Spannung. Seit Montag liegt der Luftreinhalteplan aus. Was ist von ihm zu halten?

Sprachlich kommt der Luftreinhalteplan äußerst nüchtern daher. Und das ist noch gelinde formuliert. Eine Anhäufung von technokratischem Beamten-Neudeutsch und ökologischem Fachchinesisch. So stolpert der geneigte Leser über Formulierungen wie "Einzelraumfeuerungsanlagen" wenn Kamine gemeint sind oder die "Ursachenanalyse für P10", wenn es um die Gründe für Feinstaub geht. Kein Lesevergnügen!

Drei Menschen sitzen an einem Tisch und blättern in mehreren Dokumenten (Foto: SWR)
Im Stuttgarter Rathaus liegt der Luftreinhalteplan seit Montag öffentlich aus. SWR-Redakteur Christian Susanka hält nicht sehr viel von der 101 Seiten dicken Veröffentlichung.

Vom oft angeführten Ziel, auch Verwaltungsschriften bürgernah und lesefreundlich zu schreiben, haben die Autoren des Luftreinhalteplans anscheinend nichts gehört.

Der Luftreinhalteplan als Cliffhanger

Auch inhaltlich bleibt der Luftreinhalteplan hinter den Erwartungen zurück: Ein eingefordertes Kapitel zum Thema Euro 5 wurde einfach weggelassen. Offene Erwartungen, die die Schreie nach einer Fortsetzung schon bald befeuern könnten. Der Luftreinhalteplan als Cliffhanger. Böse Zungen behaupten, dass sich das Genre Lufreinhalteplan so seinen Erfolg selbst schafft. Nicht ganz zu Unrecht. Fortsetzung folgt!

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