Schulgebäude mit vielen Fenstern (Foto: SWR)

Geislingen an der Steige Ärger um Michelberg-Gymnasium geht weiter

Das Michelberg-Gymnasium in Geislingen (Kreis Göppingen) ist für 21 Millionen Euro aufwendig saniert worden. Trotzdem müssen Schüler im Sommer wegen Baumängel in Container umziehen.

Das gravierendste Problem nach der Sanierung ist der mangelnde Brandschutz bei den Elektro-Leitungen. Wenn es brennt, ist es hier nicht mehr sicher. Daher müssten eigentlich zum Jahresende alle Schüler und Lehrer aus dem sanierten Gebäudeteil heraus. Nur weil die örtliche Feuerwehr personell aufgestockt hat und man einige der Glasfassaden geöffnet hat, darf der Betrieb noch bis zum Ende des Schuljahres im nächsten Sommer weiter gehen.

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Was ist schief gelaufen? Wer steht dafür gerade?

Danach muss in Containern unterrichtet werden. Die Fragen, warum die Sanierung so schief gelaufen ist und wer dafür verantwortlich gemacht werden kann, landen derzeit bei Geislingens Oberbürgermeister Frank Dehmer. Der weist die Schuld von sich, verweist auf seinen Vorgänger, in dessen Zeit die Sanierung beschlossen wurde und sagte dem SWR: "Schwerpunktmäßig liegt es an den Architekten und Fachplanern."

Gerichtsverfahren gegen Architekten und Planer

Mit denen streitet man sich nun vor Gericht. Sechs bis acht Millionen Euro an Schadenersatz erhofft sich die Stadt Geislingen dadurch. In verschiedenen Gerichtsverfahren werden die einzelnen Streitpunkte abgearbeitet. Dennoch nutzt den Schülern das wenig. Sie müssen in Container ausweichen.

Container mieten oder kaufen? Abreißen?

Die Stadt hat dazu Container für acht Klassenräume angemietet. Zunächst einmal für zwei Jahre. Mietpreis eine Million Euro pro Jahr. Im Gemeinderat wird noch überlegt, ob man sie nicht gleich kaufen soll. Auch für das untauglich sanierte Schulgebäude stellt sich nun die Frage: neu sanieren oder gleich abreißen? Mindestens 25 Millionen müssten dafür laut OB Dehmer in die Hand genommen werden.

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