Ein Jubiläum der besonderen Art 25 Jahre Bahnprojekt Stuttgart 21

Am 18. April 1994 erfuhr die Öffentlichkeit zum ersten Mal vom Bahnprojekt Stuttgart 21. Projekt-Gegner und -Befürworter wie Gangolf Stocker und der ehemalige Bahnchef Heinz Dürr sind heute noch grundsätzlich anderer Meinung.

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Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Der 18. April 1994 ist ein ganz besonderes Datum in der Geschichte des Bahnprojekts Stuttgart 21. In einer Pressekonferenz präsentieren Ministerpräsident Erwin Teufel, Bahnchef Heinz Dürr, Stuttgarts Oberbürgermeister Manfred Rommel und Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann das Projekt Stuttgart 21 der Öffentlichkeit. Wichtigster Punkt: Der Hauptbahnhof soll unter die Erde verlegt werden. Das freiwerdende Gleisfeld soll für den Städtebau genutzt werden.

Wichtige Stationen des Bahnprojekts 25 Jahre Stuttgart 21

Auf einer Pressekonferenz am 18.04.1994 in Stuttgart wurde das Projekt Stuttgart 21 der Öffentlichkeit vorgestellt. Von links nach rechts: Stuttgarts Oberbürgermeister Manfred Rommel (CDU), Bahnchef Heinz Dürr, Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) und Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann (CDU). (Foto: dpa Bildfunk, Norbert Försterling)
Die erste Stuttgart 21-Pressekonferenz 1994. Norbert Försterling Bild in Detailansicht öffnen
Pressekonferenz 2009 für das Bahnprojekt Stuttgart 21 - unter anderem mit (von links nach rechts) Stuttgarts OB Wolfgang Schuster (CDU), Bahnchef Rüdiger Grube, S21-Sprecher Wolfgang Drexler (SPD), Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) und Innenminister Heribert Rech (CDU). Die Weichen sind gestellt - die Finazierungsvereinbarung steht. Imago imago images / Pressefoto Kraufmann&Kraufmann Bild in Detailansicht öffnen
Unzählige Menschen demonstrierten (und demonstrieren zum Teil heute noch) gegen Stuttgart 21. Hier ein Bild der 250. Montagsdemo im Jahr 2014. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
2018: Eine der ersten betonierten Kelchstützen steht nach ihrer Fertigstellung auf der Baustelle des zukünftigen Tiefbahnhofs in Stuttgart. 28 Kelchstützen werden für den Bahnhof gebaut. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
2019: Schäden werden sichtbar. Über einer S21-Tunnelbaustelle haben sich Risse in einer Hausfassade in der Stuttgarter Kernerstrasse gebildet. Bild in Detailansicht öffnen
2019: In den S21-Tunnel in Stuttgart-Obertürkheim läuft Wasser. Martin Schork Bild in Detailansicht öffnen
2025? So soll das Bahnhofsgelände einmal aussehen, wenn alles fertig ist. Plan B Bild in Detailansicht öffnen

"Tolle Verkehrsanbindung"

Der ehemalige Bahnchef Heinz Dürr war damals dabei, als Stuttgart 21 zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Er ist nach wie vor von dem Milliardenprojekt überzeugt. "Eine tolle Verkehrsanbindung. Dass man schneller von Stuttgart nach Ulm und München kommt", so Dürr am Donnerstag im SWR. Außerdem bekomme Stuttgart durch die Tieferlegung des Hauptbahnhofs mehr Platz. Und: "Die Umstiegszeiten werden wesentlich vereinfacht."

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Trotz langer Planungs- und Bauzeit und der enorm gestiegenen Kosten ist Dürr überzeugt davon, dass Stuttgart 21 kommt. "Stuttgart 21 wird fertig gebaut", sagt er heute und zitiert Einstein. "Die reinste Form des Wahnsinns ist, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich alles ändert."

"Verbrechen an der Stadt Stuttgart"

Dass Stuttgart 21 fertig gebaut wird, glaubt auch Gangolf Stocker. "Da bin ich ausnahmsweise einer Meinung mit Dürr", lacht er - einer der bekanntesten Gegner von Stuttgart 21. "Ich war der Überzeugung - und bin es eigentlich heute noch - dass sie so lange weiterbauen werden, wie es noch irgendwie geht." Dann aber würden die wirklichen Probleme auftauchen. "Ich nehme an, der Anhydrit wird arbeiten. Wie das gut gehen soll, weiß ich wirklich nicht." Stocker hat sich 2011 vom aktiven Widerstand gegen das Projekt verabschiedet. An seiner Überzeugung hat sich aber nichts geändert, sein Fazit zum Bahnprojekt fällt vernichtend aus. "Stuttgart 21 ist ein organisiertes Verbrechen an der Stadt Stuttgart. Und an der Eisenbahn."

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