Die Aufnahme zeigt eine Hyalomma-Zecke. Hyalomma-Zecken können Träger des für Menschen unter Umständen sogar tödlichen Krim-Kongo-Virus sein. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Andrea Schnartendorff/Robert Koch-Institut/dpa)

Spinnenartige Riesenzecken Tropische Hyalomma hat erstmals in Deutschland überwintert

Die ersten heißen Tage des Jahres sind gerade erst vorbei und gleich sechs der tropischen Hyalomma-Zecken seien aufgetaucht, berichtet die Universität Hohenheim. Fünf der Parasiten seien auf einem Pferdehof am Niederrhein und eine auf einem Pferd in Niedersachsen gefunden worden.

Sie sind wesentlich größer als die hier bekannten Zecken - und sie haben Augen, das heißt sie können Menschen sehen und meterweit verfolgen. Zum ersten Mal soll die tropische Zeckenart in Deutschland überwintert haben. Das haben Experten der Universität Hohenheim herausgefunden, gemeinsam mit dem Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr.

"Müssen davon ausgehen, dass Zecken überwintern konnten"

Der Fund von diesen Zecken bedeute nicht notwendigerweise auch, dass sie bereits heimisch in Deutschland seien. "Nach den ersten Nachweisen dieses Jahres müssen wir aber davon ausgehen, dass diese Tiere bei uns in Deutschland überwintern konnten", sagte Ute Mackenstedt, Zecken-Expertin und Parasitologin von der Universität Hohenheim auf SWR-Anfrage. Im Audio erklärt sie warum:

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Hyalomma verfolgt ihre Opfer aktiv

Die Hyalomma-Zecke ist nicht nur größer als die heimischen Arten, sie ist zudem in der Lage, ihre Opfer aktiv zu verfolgen und wartet nicht nur passiv im Gras. Zudem können sie gefährliche Erreger übertragen. Darunter jenes Virus, das das Krim-Kongo-Fieber verursacht, das mit schweren Blutungen einhergehen kann. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 19 Hyalomma-Exemplare in acht Bundesländern (darunter auch Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz) gefunden. Laut Institut trug aber keine dieser Zecken Infektionserreger in sich.

Die Zecken Gemeiner Holzbock (l, Ixodes ricinus) und Hyalomma marginatum liegen in der undatierten Aufnahme zum Größenvergleich nebeneinander. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Lidia Chitimia-Dobler/Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr/dpa)
Vom Gemeinen Holzbock ist die Hyalomma leicht zu unterscheiden: Sie ist mit bis zu zwei Zentimeter Länge wesentlich größer und hat auffällig gestreifte Beine. picture alliance/Lidia Chitimia-Dobler/Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr/dpa
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