Ein Rettungsring liegt in einem Schwimmbad (Foto: picture-alliance / dpa, Ole Spata)

Badeunfall in Fellbach Ehemann erhebt schwere Vorwürfe

Eine 39-Jährige stirbt nach einem Badeunfall in einem Freizeitbad in Fellbach. Eine Obduktion soll Aufschluss über die Todesursache geben. Der Ehemann erhebt nun heftige Vorwürfe.

Leonard K., der Ehemann der Verstorbenen, wirft den Mitarbeitern des Fellbacher Familien- und Freizeitbades F3 "inkompetente Vorgehensweise" vor. Wie die Stuttgarter Nachrichten am Mittwoch berichten, seien sie seinem Anschein nach mit der Situation überfordert gewesen und hätten seine Frau nicht sofort reanimiert.

Der 47-Jährige war dem Bericht zufolge zusammen mit seiner Frau und der Tochter im Schwimmbad, um den elften Geburtstag der Tochter nachzufeiern. Leonard K. berichtet, dass seine Frau nach den Mädchen schauen wollte. Als sie aber nach einiger Zeit nicht zurückgekommen sei, habe er sie gesucht und fand sie am Beckenrand liegend. "Die Haut war grau, die Augen starr nach vorne gerichtet."

Christopher Probst, einer der beiden Geschäftsführer des F3-Bads, weist die Vorwürfe zurück. Die Reanimationsmaßnahmen seien korrekt abgelaufen und auch die Rettungskette, sprich der Ruf des Notarztes habe sofort funktioniert.

Freibad F3 Außenaufnahme (Foto: picture-alliance / dpa, Andreas Rosar)
Der Badeunfall ereignete sich am Sonntagnachmittag im Fellbacher Familien- und Freizeitbad F3. Andreas Rosar

Ist jemand auf die Frau gesprungen?

Die 39-Jährige wurde am Sonntag gegen 15:45 Uhr bewusstlos auf dem Beckenboden aufgefunden und ins Krankenhaus gebracht. Nach bisherigen Erkenntnissen war die Frau nur kurz unter Wasser. Laut Polizei starb die Frau am Abend. Warum sie bewusstlos am Beckenboden lag, ist nach wie vor unklar. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat eine Obduktion angeordnet. Diese soll Aufschluss über die genaue Todesursache geben. Eine Möglichkeit sei, dass ein Mann sie beim Sprung ins Becken getroffen haben könnte.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen. Sie sucht nach einem 25- bis 30-Jährigen. Er wird als dünn und mit wenig oder gar keinen Haaren auf dem Kopf beschrieben, zudem soll er ein südländisches Aussehen haben. Zuvor hatte die Polizei auch den Mann gesucht, der die Schwimmaufsicht alarmiert hatte. Er hat sich mittlerweile bei der Polizei gemeldet.

Gefährliche Sprünge vom Beckenrand

"Immer wieder springen Menschen in Schwimmbädern vom Beckenrand ins Wasser", sagt Jürgen Kraus vom DLRG Rems-Murr. Dass dadurch aber jemand ernsthaft verletzt wird, hat er noch nie erlebt: "Es gab durchaus Vorfälle mit leichteren Verletzungen, allerdings einen Ertrinkungsfall habe ich noch nie erlebt."

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