Bürgerinformation in Eschenbach Hohe Krebsrate: Die Verunsicherung bleibt

Warum ist in Eschenbach (Kreis Göppingen) die Krebsrate höher als andernorts? Die Bürger sind verunsichert. Was ist das Ergebnis einer Bürgerinformation? Der Bürgermeister äußert sich.

Das Interesse war groß. Nicht nur aus Eschenbach selbst kamen mehrere Hundert Interessierte, auch aus den Nachbarorten strömten Bürger um sich am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung aus erster Hand zu informieren. Doch das Ergebnis ist ernüchternd.

Eschenbach Infoveranstaltung (Foto: picture-alliance / dpa, Christoph Schmidt)
Die Informationsveranstaltung in Eschenbach war sehr gut besucht. Interessierte kamen nicht nur aus der 2.200 Einwohner-Gemeinde. Christoph Schmidt

Es wurde keine Ursache gefunden

Der Grund für die vergleichsweise hohe Krebsrate in Eschenbach ist nach wie vor unbekannt, so Bürgermeister Thomas Schubert am Freitag im Interview mit dem SWR. "Wir haben alles abgeprüft, was den Boden, Luft und Wasser oder auch Gebäude betrifft." Die Werte seien in Ordnung. Hinweise auf mögliche Ursachen habe es nicht gegeben.

Vorschlag: Dioxinwerte jeden Tag messen

Zuvor hatten Bürger das nahe Müllheizkraftwerk als mögliche Ursache für die erhöhten Krebsraten vermutet. Die Untersuchungen fielen negativ aus. Trotzdem will die Gemeinde nun dem Landratsamt vorschlagen, die Dioxinwerte des Göppinger Müllheizkraftwerks ein ganzes Jahr lang jeden Tag zu messen.

Kreis hatte höhere Müllverbrennung beschlossen

Zuletzt hatte der Göppinger Kreistag beschlossen, dass das nahe gelegene Müllheizkraftwerk künftig mehr verbrennen kann. Das ist nicht im Interesse der Gemeinde Eschenbach. Bürgermeister Schubert sagte dazu: „Mehr Müllmengenverbrennung bedeutet mehr Emissionen.“


In den vergangenen acht Jahren waren in Eschenbach vier Kinder an Krebs gestorben. In Eschenbach leben 2.200 Menschen.

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