Es geht um falsche Verbrauchswerte Stuttgarter Autobauer Porsche bestätigt Selbstanzeige

Der Stuttgarter Autobauer Porsche hat sich selbst beim Kraftfahrt-Bundesamt angezeigt. Das hat das Unternehmen dem SWR bestätigt. Es geht um falsche Werte beim Spritverbrauch.

Das Logo des Autobauers Porsche (Foto: dpa Bildfunk)
Das Logo des Autobauers Porsche

Details zu betroffenen Modellen oder zu Stückzahlen wollte Porsche nicht nennen. Bei internen Untersuchungen habe man Abweichungen beim Windwiderstand festgestellt, heißt es in einer aktuellen Unternehmensmitteilung. Im Moment würden weitere Tests laufen, um das konkrete Ausmaß festzustellen, so ein Porsche-Sprecher. Dies könne allerdings einige Wochen dauern.

Kein Zusammenhang mit Motorsteuerungssoftware

Porsche zufolge sind die Abweichungen sofort an das Kraftfahrt-Bundesamt und die US-Behörden weitergeleitet worden. Porsche-Chef Oliver Blume habe außerdem mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) telefoniert und ihm von der Selbstanzeige berichtet. Das Unternehmen betonte, dass es keinen Zusammenhang mit der Motorsteuerungssoftware gebe. Wenn der Windwiderstand zu niedrig berechnet wird, verbraucht ein Auto auf der Straße mehr Kraftstoff als angegeben. Außerdem werden dann mehr Schadstoffe ausgestoßen.

Es könnte teuer werden

"Spiegel Online" hatte am Donnerstag berichtet, dass die Abweichungen beim Porsche 911, Baujahr 2016 und 2017, entdeckt worden seien. Dies deckt sich mit Angaben des Bundesverkehrsministeriums. Sollte bei der Überprüfung herauskommen, dass einige Modelle tatsächlich mehr Sprit verbrauchen als angegeben, könnte es für das Unternehmen teuer werden. Nach deutschem Recht gilt es als Mangel, wenn ein Neuwagen über zehn Prozent mehr verbraucht als angegeben. Daraus könnten sich Ansprüche auf Schadenersatz ergeben. Unter Umständen könnten Käufer auch das Recht haben, den Autokauf rückgängig zu machen.

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