Entwickelt im Klinikverbund Südwest Matratze für schnelle Evakuierung

Was tun, wenn es in einer Klinik brennt? Für solche Fälle hat der Klinikverbund Südwest zusammen mit einem Matratzenhersteller eine Evakuierungsmatratze entwickelt.

Ein Feuerwehrmann und eine Pflegerin mit einem Patienten auf einer Evakuierungs-Matratze (Foto: Pressestelle, Klinikverbund Südwest)
Pressestelle Klinikverbund Südwest

Die meisten Patienten in Krankenhäusern sind bettlägerig und im Falle einer Evakuierung auf fremde Hilfe angewiesen. Wenn es brennt, können Aufzüge normalerweise nicht mehr benutzt werden. Der Liegend-Transport von Patienten bindet aber viel Personal und dauert vor allem lang. Vor diesem Hintergrund hat das Sicherheitsmanagement des Klinikverbunds Südwest eine Evakuierungsmatratze entwickelt.

Dauer

Zur Not von einer Person zu bedienen

An der neuen Matratze sind Halte- und Fixiergurte befestigt, die hinter Reißverschlüssen verborgen sind. Im Ernstfall werden die Patienten auf der Matratze samt Bettdecke mit Gurten fixiert, vom abgesenkten Bett gehoben und aus dem Zimmer gezogen. "Im Idealfall erfolgt die Evakuierung zu zweit", erklärt Bernd Waiblinger vom Sicherheitsmanagement des Klinikverbunds. "Im Notfall kann aber auch eine einzelne Person die Matratze kontrolliert eine Treppe heruntergleiten lassen und den Patienten ins Freie ziehen."

Neue Matratze für alle Betten

Die ersten Prototypen für die Evakuierungsmatratze wurden 2017 in Auftrag gegeben und nach und nach verbessert. In diesem Jahr ging die Matratze beim Hersteller Hapeka in Serienproduktion. "Bis Ende des Jahres sollen alle unsere Krankenhausbetten mit den neuen Evakuierungsmatratzen ausgestattet werden", so Waiblinger. Die neue Matratze ist für den Klinikverbund nicht viel teurer als eine normale Matratze, so ein Sprecher.

Dauer

Der Klinikverbund Südwest mit Sitz in Sindelfingen umfasst die Krankenhäuser Böblingen-Sindelfingen, Calw-Nagold, Herrenberg und Leonberg mit insgesamt rund 1.700 Betten.

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