wolkenverhangener Himmel bei Porsche (Foto: SWR, dpa- Bildfunk/picture alliance)

Ermittlungen unter anderem in Stuttgart Verdacht auf Bestechung und Untreue: Durchsuchungen bei Porsche

Staatsanwaltschaft und Steuerfahndung haben am Dienstag Büros von Porsche unter anderem in Stuttgart durchsucht. Im Raum steht der Verdacht der Untreue gegen mehrere Mitarbeiter. Auch ein bekannter Ex-Betriebsrat bekam Besuch.

Ein Beamter des Konzernprüfungsamts Stuttgart soll geheime Informationen an einen Porsche-Steuerberater verraten und dafür Vorteile angenommen haben, teilte die Staatsanwaltschaft Stuttgart mit. Außerdem gehe es um den Verdacht, dass einem ehemaligen Betriebsratsmitglied unverhältnismäßig hohe Vergütungen gezahlt worden seien. Mehrere Porsche-Mitarbeiter stehen unter Verdacht.

Landeskriminalamt und Steuerfahndung mit Großaufgebot

Verdächtigt werden sechs teilweise ranghohe Porsche-Mitarbeiter, ihnen wird unter anderem Untreue vorgeworfen. In diesem Zusammenhang wurden auch Büroräume von Finanzbehörden und einer Steuerberatungskanzlei sowie mehrere Privatwohnungen im Landkreis Karlsruhe, im Ostalbkreis und in Pforzheim durchsucht. Bei der Aktion waren insgesamt zehn Staatsanwälte und 176 LKA-Beamte und Polizisten der Steuerfahndung beteiligt.

Porsche hat die Durchsuchungen mittlerweile dem Südwestrundfunk bestätigt, wollte sich aber zu den laufenden Ermittlungen nicht weiter äußern. Man kooperiere "vollumfänglich" mit den Behörden.

Dauer

Ex-Betriebsratschef Hück gilt als Zeuge

Auch das Haus des ehemaligen Betriebsratschefs Uwe Hück wurde nach SWR-Informationen durchsucht, jedoch wird gegen ihn nicht ermittelt. Die Durchsuchungen fanden statt, um mögliches Material gegen andere Beschuldigte zu finden. Hück kommt als möglicher Zeuge in dem Ermittlungsverfahren in Betracht. Auf Nachfrage des SWR äußerte sich Hück nicht.

Hück hatte im Februar seine Ämter bei dem Sportwagenhersteller niedergelegt. Bei den Kommunalwahlen in Baden-Württemberg am Sonntag holte er für die SPD die meisten Stimmen in Pforzheim. Das langjährige SPD-Mitglied hatte zunächst mit einer eigenen Liste antreten wollen, wurde aber schließlich von der Bundes- und Landesspitze der SPD von diesem Plan abgebracht.

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