der Stuttgarter Hauptbahnhof im Spätherbst 2018 (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Streit um Leistungsfähigkeit des S21-Tiefbahnhofs Neue Arbeitsgruppe soll offene S21-Fragen klären

Braucht der neue Tiefbahnhof Stuttgart 21 eine Optimierung? Darüber wurde am Dienstag im S21-Ausschuss des Stuttgarter Gemeinderats heftig gestritten. Eine Arbeitsgruppe soll Antworten geben.

Die Deutsche Bahn hat am Dienstagabend im Stuttgart-21-Ausschuss des Stuttgarter Gemeinderates ihre Pläne für das Milliarden-Bauprojekt verteidigt. So sei der unterirdische Bahnhof auch mit Blick auf ein höheres Fahrgastaufkommen ausreichend. Der Tiefbahnhof verfüge über Kapazitätsreserven für zukünftige zusätzliche Verkehre, teilte der Schienenkonzern am Dienstag mit. Eine Ergänzung, wie von Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) vorgeschlagen, halten die Bahnexperten nicht für notwendig. Dessen Ministerium warnte vor dem Gremium erneut vor einer Überlastung des Stuttgarter Bahnhofes.

Dauer

Keine komplette Verweigerung

Komplett verweigern will die Bahn ein Nachdenken über eine Ergänzung aber offenbar nicht. Die Bahn würde sich nicht verschließen, "wenn es eine Finanzierung gibt. Und wenn es einen nachgewiesenen Bedarf gibt." Das sagte Manfred Leger vom Bahnprojekt Stuttgart-Ulm am Dienstag dem SWR.

Die Stadt Stuttgart lehnt den Vorschlag Hermanns wegen der geplanten Bauvorhaben ebenfalls ab.

S21 als Voraussetzung für Deutschland-Takt

Die Bahn hatte schon im Vorfeld mitgeteilt, dass sie Stuttgart 21 als "wesentliche Voraussetzung für den geplanten Deutschland-Takt" ansieht. Dieser sieht vor, dass künftig zwischen den Großstädten alle 30 Minuten ein Fernverkehrszug fährt und dass es vergleichsweise kurze Umsteigezeiten gibt.

Dauer

Ministerpräsident: Ergänzungen nur im Einvernehmen

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bezeichnete den Vorschlag seines Verkehrsministers als "freie Überlegung", die bislang nicht mit dem Koalitionspartner CDU besprochen worden sei. Kretschmann wies weiter darauf hin, dass alle Veränderungen und Verbesserungen, die über die S21-Verträge hinausgehen würden, nur im Einvernehmen vorgenommen werden könnten.

Arbeitsgruppe soll bis Herbst Vorschläge erarbeiten

Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Landes, der Stadt und der Bahn soll nun bis zum Herbst Vorschläge erarbeiten und wichtige Fragen klären. Die Bahn, so Projektleiter Leger am Ende der Debatte, zeigt sich offen: "Wenn es Probleme gibt, wette ich, gibt es auch eine Lösung."

STAND