picture allianceSebastian Gollnowdpa (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Stuttgarter Autobauer in der Krise Stellenabbau: Daimler-Betriebsratchef kritisiert Konzernleitung

Der Daimler-Gesamtbetriebsrat hat die Kommunikation der Konzernführung im Zusammenhang mit dem Sparpaket gegenüber dem SWR kritisiert. Daimler habe die Belegschaft unnötig beunruhigt.

Der Stuttgarter Autobauer hatte Ende letzter Woche angekündigt beim Personal Milliarden einsparen zu wollen. Insgesamt sollen laut Daimler bis Ende 2022 mindestens 10.000 Stellen gestrichen werden. Am Montag sagte Daimler-Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht im SWR, kein Angestellter müsse Befürchtungen haben. Die mit der Konzernleitung getroffene Vereinbarung zum Stellenabbau in Deutschland setze auf natürliche Fluktuation und Freiwilligkeit.

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Brecht: Daimler hat mit Stellenabbau-Zahlen für Unruhe gesorgt

Durch die Veröffentlichung von Planzahlen zum Stellenabbau habe das Unternehmen für Unruhe bei den Mitarbeitern gesorgt. Die Aussage, mindestens 10.000 Stellen abbauen zu wollen, kritisierte der Daimler-Gesamtbetriebsratschef. Er forderte vom Vorstand eine Vorwärtsstrategie. Die Menschen müssten wissen, wie die Arbeit bei Daimler in einigen Jahren aussieht. Sparen alleine sei keine Strategie, so Brecht gegenüber dem SWR.

Großer Andrang bei Betriebsversammlung in Stuttgart-Untertürkheim

Am Montag stellte Daimler-Chef Ola Källenius bei einer Betriebsversammlung des Daimler-Werks Stuttgart-Untertürkheim vor den Beschäftigten erstmals die Eckpunkte des geplanten konzernweiten Sparprogramms vor. Diese hatten Unternehmen und Gesamtbetriebsrat ausgehandelt. Das Interesse an der Betriebsversammlung war groß: Über 8.300 Beschäftigte des Daimler-Standortes in Stuttgart-Untertürkheim waren nach Angaben des Betriebsrates in die Schleyerhalle gekommen – so viele wie noch nie.

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Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Nach Informationen von Teilnehmenden informierte der Daimler-Chef aber lediglich über das, was vor dem Wochenende schon bekannt geworden war: nämlich über die Einsparung von über 10.000 Stellen weltweit in den nächsten drei Jahren. Dabei soll es keine betriebsbedingten Kündigungen geben, stattdessen sollen frei werdende Stellen nicht nachbesetzt oder Mitarbeitenden Abfindungen angeboten werden.

Die Meinungen bei den Beschäftigten gingen nach der Versammlung auseinander. Manche halten das Sparprogramm für notwendig, andere bemängeln, dass die Maßnahmen auf Kosten der Beschäftigten gingen.

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