Auch in Friedenszeiten wichtig

75 Jahre Kampfmittelräumdienst im Sindelfinger Wald

STAND

Innenminister Strobl und der Stuttgarter Regierungspräsident Reimers haben am Donnerstag den Kampfmittelbeseitigungsdienst besucht. Anlass ist das 75-jährige Bestehen.

Video herunterladen (2,9 MB | MP4)

Bis heute stellen Kampfmittel wie Bomben, Granaten oder Panzerfäuste aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg eine erhebliche Gefahr für die Bevölkerung dar. Aber auch für Kampfmittelräumer selbst. Seit 30 Jahren habe es dennoch bei dieser gefährlichen Arbeit keine schwereren Unfälle mehr gegeben, sagte Innenminister Strobl (CDU) anlässlich der Jubiläumsfeier im Sindelfinger Wald (Kreis Böblingen) am Donnerstag. Angesicht von jährlich 800 bis 1.000 Munitionsfunden werde diese Arbeit auch auf Jahrzehnte nicht ausgehen, ergänzte Regierungspräsident Wolfgang Reimer. Denn auch mehr als sieben Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkriegs liegen noch viele Bomben, die damals nicht detoniert sind, in der Erde. Diese Blindgänger und andere Kampfmittel entschärft und entsorgt der Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg (KMBD) seit 75 Jahren.

Beschaffung von Luftaufnahmen aus dem Zweiten Weltkrieg

Nicht selten kommt es vor, dass alte Waffen im Boden gefunden werden. Aufgabe des Kampfmittelbeseitigungsdienstes im Sindelfinger Wald ist die Entschärfung, der Abtransport und die Vernichtung dieser Kampfmittel. Zur Arbeit der gehört auch die Beschaffung und Auswertung der im Zweiten Weltkrieg von der amerikanischen und britischen Luftwaffe nach Angriffen gefertigten Luftbildaufnahmen. Liegt ein Auftrag vor, helfen die Experten bei der Suche und der Bergung von Kampfmitteln. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst ist beim Regierungspräsidium Stuttgart angesiedelt.

Nachwuchsmangel und veraltete Bürogebäude

Innenminister Thomas Strobl (CDU) und der Stuttgarter Regierungspräsident Wolfgang Reimer ließen sich am Donnerstag neubeschaffte Fahrzeuge sowie Such- und computergestützte Aufnahmegeräte zeigen. Sie schauten sich auch die Munitionsverpackungshalle an und die Lehrmittelsammlung mit historischen Ausstellungsstücken und der Luftbildauswertung. Reimer forderte Strobl auf, angesichts des Nachwuchsmangels und dem baldigen Rentenbeginn einiger Mitarbeiter den immer noch andauernden Besetzungsstopp beim KMBD aufzuheben. Ebenso wies er auf die Gebäudesituation hin: als Büros müssen immer im Sindelfinger Wald immer noch alte Baracken herhalten.

Einsatz gegen Blindgänger So funktioniert eine Bombenentschärfung

Weltkriegsbomben liegen oft jahrzehntelang unbemerkt und völlig intakt in Flüssen, unter Autobahnen oder in Wohngebieten. Wenn sie gefunden werden, muss der Kampfmittelräumdienst anrücken. Doch was macht dieser dann eigentlich genau?  mehr...

Ludwigshafen

Fliegerbombe auf Werksgelände Bombe auf BASF-Gelände erfolgreich entschärft

Die Weltkriegsbombe, die Ende Juli auf dem BASF-Gelände in Ludwigshafen gefunden wurde, ist am Samstag entschärft worden. Dazu war eine riesige Pyramide aus Sand errichtet worden.  mehr...

STAND
AUTOR/IN