Autos fahren über eine Autobahn während die Sonne aufgeht. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Peter Kneffel/dpa)

20. IfA Branchengipfel in Nürtingen Källenius: SUV-Verbote "sind nicht richtig"

In Nürtingen diskutieren Autobosse und Politik über die Zukunft der Autobranche. Unter anderem die Kosten CO2-freier Mobilität sorgen für Verunsicherung, glaubt der Daimler-Chef.

Zum jährlichen IfA-Branchentreffen in Nürtingen sind auch die Chefs von Daimler, Ola Källenius, und Opel, Michael Lohscheller, gekommen. Es geht um die Frage, wie es in Zukunft weitergeht mit der Mobilität. Die Teilnehmer diskutieren darüber neben den Autobossen mit Vertretern der Politik und der Hochschule Geislingen-Nürtingen.

Källenius: SUV-Verbote "sind nicht richtig"

Daimler-Chef Ola Källenius kritisierte dabei die jüngsten Debatten über mögliche Verbote von Sportgeländewagen (SUV) oder andere Beschränkungen für große Autos:

"Einschränkungen, Beschränkungen oder Vorgaben, was der Kunde wünschen sollte, sind nicht richtig. Vorgaben für die Nachhaltigkeit sind richtig – und da müssen wir ran."

Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender Daimler

Die große Aufgabe sei, Fahrzeuge in allen Segmenten nachhaltig zu machen, vom Zweisitzer bis zum Sattelzug. In Deutschland gebe es aktuell eine Debatte darüber, und diese Debatte müsse man auch ernst nehmen, mahnte Källenius. In China aber zeige sich ein anderes Bild. Dort seien siebensitzige SUVs selbst in den Millionenstädten derzeit das beliebteste Fahrzeugformat.

Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, hält beim Branchengipfel des Instituts für Automobilwirtschaft (IfA) einen Vortrag. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Christoph Schmidt/dpa)
Daimler-Chef Ola Källenius. picture alliance/Christoph Schmidt/dpa

Auch zum CO2-Preis, den das Bundeskabinett heute im umstrittenen Klimapaket verabschiedet hat, äußerte sich Källenius. Die Kosten für die CO2-freie Mobilität seien ein Grund für die Verunsicherung in der Branche.

"CO2 müssen wir angehen. Es ist nicht einfach, wir wissen das. CO2-freie Mobilität kommt ja nicht umsonst, sondern sie hat einen Preis."

Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender Daimler

Konferenz soll Zukunftsfragen der Autobranche thematisieren

Der IfA-Branchengipfel findet dieses Jahr bereits zum 20. Mal statt. Zwei Tage lang tauschen sich Experten über ihre aktuellen Themen aus. Ziel des Treffens ist es, neue Anstöße zu erhalten, Ideen zu diskutieren und Kontakte zu pflegen. Der Branchengipfel zählt nach eigenen Angaben zu den größten automobilwirtschaftlichen Kongressen in Deutschland. Dem Treffen werde eine wichtige Transformationsfunktion zwischen Branchenpraktikern, Wissenschaft und Politik zugeschrieben, so die Veranstalter. Diese hatten vorab rund 600 Teilnehmer erwartet.

Neben Autobossen und Vertretern aus der Politik nehmen auch Automobilzulieferer, -händler und Branchendienstleister an der Veranstaltung in der Stadthalle Nürtingen (Kreis Esslingen) teil. Auch Studierende der Automobilwirtschaft können der Einladung des Instituts für Automobilwirtschaft (IfA) der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) folgen.

Dauer

"Bei den alternativen Antrieben mehr Gas geben"

Ob E-Mobilität, Car-Sharing oder Radfahren, Ideen gibt es viele, nur den Masterplan für konkrete Maßnahmen scheint es nicht zu geben. Wie lassen sich Klimaschutz und der Individualverkehr mit Verbrennungsmotoren vereinbaren? Diesel und Benziner sollen weg, aber woher kommt der Strom für die E-Autos? Fragen, auf die man beim Autogipfel nach Antworten sucht.

Vor allem beim Thema alternative Antriebe müsse Deutschland mehr Gas geben, so Prof. Stefan Reindl, der IfA-Direktor an der Hochschule Geislingen-Nürtingen. Dabei gehe es um mehr Elektromobilität und andere Energiequellen, zum Beispiel Wasserstoff.

Auf dem Kongress scheint jedoch die Unsicherheit über den Weg zur neuen Mobilität zu überwiegen. Die Zielgerade zum Wandel scheint bisher noch in weiter Ferne zu sein.

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