Nach 100 Tagen

Positive Bilanz der Ukraine-Hilfe in Stuttgart

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Der Hilfsverbund "Ukraine engagiert" in Stuttgart hat nach den ersten 100 Tagen eine positive Bilanz gezogen. Doch nach der Lösung der ersten Probleme stehen neue Herausforderungen an.

Die Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung, Freiwilligen, der ukrainischen Community in Stuttgart und Stiftungen sei schnell angelaufen und habe gut funktioniert, sagten Vertreter des Hilfsverbunds "Ukraine engagiert" bei einer Pressekonferenz am Dienstag.

100 Tage Ukraine-Hilfe in Stuttgart (Foto: SWR, Siri Warrlich)
100 Tage Ukraine-Hilfe in Stuttgart, v.l.n.r.: Irene Armbruster (Geschäftsführerin Bürgerstiftung Stuttgart), Afina Albrecht (Verein Ukrainisches Atelier für Kultur und Sport), Alexandra Sußmann (Sozialbürgermeisterin Stuttgart), Vitaliia Kochurova (Hilfsorganisation Wolja), Marcela Ulloa (Leiterin Ausbildungscampus) Siri Warrlich

"Nun rückten Fragen der längerfristigen Integration wie Arbeitssuche, Kita- und Schulplätze in den Vordergrund."

Fehlender Wohnraum ist das größte Problem

Das Thema Wohnen sehen alle Beteiligten als größte Herausforderung. Etwa 3.200 Menschen aus der Ukraine sind nach Angaben der Sozialbürgermeisterin derzeit in Hotels in Stuttgart untergebracht, auch in zwei Hallen leben noch Geflüchtete. Für sie alle muss die Stadt Wohnraum finden. Hinzu kommen laut Sußmann noch etwa 5.000 Geflüchtete aus anderen Ländern, die in Unterkünften der Stadt leben und auf dem regulären Immobilienmarkt häufig keine Wohnung finden.

Viel Arbeit für Haupt- und Ehrenamtliche

Der Hilfsverbund "Ukraine engagiert" betonte, dass sich neben den acht Hauptamtlichen des Verbunds viele Ehrenamtliche engagieren, die selbst geflohen sind – aus der Ukraine, aber auch aus Syrien, Afghanistan oder anderen Ländern. Der Hilfsverbund hat für die ersten 100 Tage rund 4.000 Arbeitsstunden am Hauptbahnhof bei der Ankunft der Geflüchteten aufgelistet, 5.300 Anrufe auf seiner Hotline sowie die Abwicklung von 3.200 Covid-Schnelltests für Ukrainer und Ukrainerinnen in der medizinischen Anlaufstelle in der Schleyerhalle.

Vitalia Kuchorova von der Stuttgarter Hilfsorganisation "Wolja" (Foto: SWR, Siri Warrlich)
Vitaliia Kuchorova von der Stuttgarter Hilfsorganisation "Wolja" Siri Warrlich

Am Stuttgarter Hauptbahnhof hängen seit Beginn des Krieges an allen Bahnsteigen Plakate. Wer den darauf gedruckten QR-Code scannt, landet auf der Facebook-Seite der Freiwilligenorganisation "Wolja". Dort oder über die Website finden die Geflüchteten auch Chatgruppen in ukrainischer oder russischer Sprache sowie Hilfsangebote. "Wolja" kümmert sich aktuell verstärkt um etwa 50 ukrainische Familien mit behinderten Kindern, die nach Stuttgart geflohen sind.

Der Flüchtlingsstrom aus der Ukraine reißt nicht ab

Die Stadt Stuttgart geht davon aus, dass derzeit etwa 7.000 Geflüchtete aus der Ukraine in Stuttgart leben. Etwa 30 Ukrainer und Ukrainerinnen kommen aktuell täglich in Stuttgart an. Der Großteil der Neuankömmlinge wird inzwischen in andere Stadt- und Landkreise weitergeleitet. Der Hilfsverbund "Ukraine engagiert" hat nach eigenen Angaben in den ersten 100 Tagen rund 3.200 Geflüchtete und Vertriebene in Stuttgart untergebracht.

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