Baden-Württemberg

Energieanbieter liefern weniger Ökostrom als sie angeben

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Die Stromversorger in Deutschland liefern deutlich weniger Ökostrom an ihre Kunden, als sie auf dem Papier angeben. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten des "Hamburg Instituts" im Auftrag des Ökostrom-Anbieters "Lichtblick". 65 Prozent des erzeugten Stroms stammt aus Erneuerbaren Energien, erfahren Kunden beispielsweise auf der Internetseite des baden-württembergischen Energieversorgers EnBW. Tatsächlich sind es laut Gutachten aber nur 13 Prozent. Bei anderen Stromabietern sieht es ähnlich aus. Rechtlich ist das nicht zu beanstanden. Denn der Gesetzgeber verpflichtet die Anbieter dazu, den Betrag aus der EEG-Umlage, den ihnen die Kunden über die Stromrechnung zahlen müssen, in ihren Strommix nachträglich mit einzurechnen. Diesen Wert dürfen sie dann als Öko-Strom ausweisen, dessen Anteil am Strommix erhöht sich also ganz automatisch. Für das Gutachten wurde nun die Auswirkung einer geplanten Gesetzesänderung berechnet. Die sieht vor, dass Unternehmen künftig ihren realen Strommix ausweisen müssen. Als Ökostrom gilt dann nur noch der Anteil, der tatsächlich aus Erneuerbaren Quellen stammt.

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