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In den vergangenen Wochen wurde die Ausweitung der Teststrategie in Baden-Württemberg häufig thematisiert. Für Teile der Landesregierung geht es aber nicht schnell genug. Es soll zu heftigen Debatten gekommen sein.

In der grün-schwarzen Koalition gibt es Krach wegen der Teststrategie des Landes. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) berichtete am Dienstag auf einer Pressekonferenz von einem "heftigen Schlagabtausch" bei der Kabinettssitzung am Vormittag. Er versuche normalerweise, Konflikte im Kabinett herunterzuspielen, aber das sei schon ein heftiger Schlagabtausch gewesen. Aber auch wenn das in hartem Ton vorgetragen worden sei, sehe er den Konflikt als überwindbar an.

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Für Innenminister Strobl geht Entwicklung nicht schnell genug

Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat sich in der Kabinettssitzung nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Regierungskreisen verärgert über fehlende Fortschritte bei der Teststrategie gezeigt. Was Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) vorgestellt habe, sei deutlich zu wenig. Es müsste längst umfassend getestet werden, gerade auch bei Personen, die keine Symptome zeigten, monierte der Vize-Ministerpräsident demnach.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) sitzt im grauen Anzug vor einer weißen und gestikuliert mit den Händen während er spricht. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Sebastian Gollnow)
Er kritisierte die fehlenden Fortschritte bei der Teststrategie: Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) picture alliance/Sebastian Gollnow

Der Konflikt dreht sich unter anderem darum, wie viele Teststationen in den Kommunen aufgebaut werden sollen. Die örtlichen Behörden fühlen sich alleingelassen. Es sei unverständlich, dass hier noch nicht mehr geschehen sei, obwohl ausreichend Kapazitäten vorhanden seien, kritisiert auch die CDU.

Das Land werde demnächst sieben Millionen neue Schnelltests bestellen. Diese "Kurzstäbchen-Tests" seien laut Ministerpräsident Kretschmann einfacher in der Handhabung und könnten auch selbst durchgeführt werden. Daher müsse man prüfen, welche Strukturen für Tests mit geschultem Personal überhaupt nötig seien.

Gesundheitsminister weist Vorwürfe zurück

Auch Gesundheitsminister Lucha wies die Vorwürfe Strobls öffentlich zurück. "Wir kommen sehr gut voran", sagte er als Reaktion auf die Kritik des Innenministers. Man begrüße die zahlreichen Aktivitäten der Kommunen. Das Land biete den Kommunen etwa drei Millionen Tests aus der Landesreserve an. Auch Abstriche würden erstattet. Nach SWR-Informationen belaufen sich die Kosten dafür insgesamt auf gut 53 Millionen Euro.

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