Vertreter des Landes, der Autowirtschaft und der Gewerkschaften unterhalten sich vor einem roten E-Porsche. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod)

Strategiedialog Automobilwirtschaft

Baden-Württemberg plant Infrastruktur für E- und Wasserstofflastwagen

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Die Automobilindustrie in Baden-Württemberg versucht, klimafreundlicher zu werden. Dafür sollen mehr Tank- und Lademöglichkeiten für E- und Wasserstofflastwagen gebaut werden.

Daimler, EnBW, Institute der Fraunhofer-Gesellschaft und das Land wollen ein Projekt für die Versorgung mit Wasserstoff und zum Aufladen der Batterien für Lastwagen im Fernverkehr auf die Beine stellen. In einem ersten Schritt soll eine Demonstrationsanlage an einer Autobahn in Baden-Württemberg entstehen, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Schließlich verursachten Nutzfahrzeuge im Verkehrssektor etwa ein Drittel der Gesamtemissionen.

Hunderttausende Arbeitsplätze betroffen

In einem zweiten Schritt soll die Planung für eine landesweite Lade- und Tankinfrastruktur aufgenommen werden. Es seien vier bis zehn Standorte geplant. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde anlässlich des "Strategiedialogs Automobilwirtschaft" unterzeichnet.

Kretschmann sagte: "Die Automobilbranche befindet sich im größten Wandel seit ihrem Bestehen." Das Auto werde immer mehr zum Smartphone auf Rädern und müsse schon bald klimaneutral fahren. Am Umbau der Branche hingen hunderttausende Arbeitsplätze in Baden-Württemberg. Alle müssten deswegen gemeinsam an einem Strang ziehen. "Dazu muss Deutschland vom Weltmeister im Zielsetzen zum Weltmeister im Umsetzen werden."

Zwischenbilanz beim "Strategiedialog Automobilwirtschaft"

Auf dem Weg zu klimafreundlichen Antrieben und digitalen Mobilitätskonzepten hat Baden-Württembergs Landesregierung am Donnerstag auch eine Zwischenbilanz gezogen. Dafür traf sich Ministerpräsident Kretschmann beim "Strategiedialog Automobilwirtschaft" mit Autoherstellern wie Daimler und Porsche, Zulieferern wie ZF Friedrichshafen und Vertretern der Gewerkschaft IG Metall zum jährlichen "Top-Level-Meeting".

Daimler-Chef Ola Källenius sagte, ein Systemwechsel weg von fossiler hinzu CO2-freier Mobilität könne nur gemeinsam von Politik und Wirtschaft bewältigt werden. Im Vergleich zu vor vier Jahren habe man einen riesen Schritt gemacht, so Källenius. Sowohl der Daimler-Chef wie auch der Vorstandsvorsitzende von Porsche, Oliver Blume, bekräftigten das Ziel ihrer Unternehmen, die Fahrzeugflotte bis 2030 weitgehend auf Elektromobilität umstellen zu wollen.

Mehrere Millionen Euro für Zukunftsprojekte

Nach Angaben des Staatsministeriums sollen die besprochenen Themen künftig entlang der drei Schwerpunkte Fahrzeug, Daten und Energie bearbeitet werden. Bisher seien mehr als 175 Millionen Euro im Rahmen des Strategiedialogs in Zukunftsprojekte geflossen. Das Land und die Automobilindustrie hatten ihre strategische Partnerschaft im Mai 2017 ins Leben gerufen, um damit gemeinsam den Wandel hin zur Elektromobilität anzugehen.

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