Ruhiger Start für 9-Euro-Ticket in Karlsruhe (Foto: SWR)

Entspannter Beginn

Auftakt des 9-Euro-Tickets: Erwartetes Chaos nicht eingetreten

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Mit dem Zug an den Bodensee, in den Schwarzwald oder an die Nordsee - für neun Euro im Monat ist das seit 1. Juni mit dem Nahverkehr möglich. Der erste Tag ist ruhig gestartet.

Reisende und Pendlerinnen und Pendler können seit Mittwoch auch in Baden-Württemberg ihre 9-Euro-Tickets für Fahrten im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nutzen. Im Juni, Juli und August sind Fahrten mit diesen Sonderfahrkarten im ganzen Bundesgebiet möglich. Die Deutsche Bahn hatte angekündigt, sich auch in Baden-Württemberg für den erwarteten Ansturm zu rüsten und ihre Kapazitäten zum Start des Sondertickets auszuweiten.

An einigen großen und stark frequentierten Bahnhöfen wird zusätzliches Personal auf den Bahnsteigen eingesetzt. Nach Angaben des Stuttgarter Verkehrsministeriums gilt den Strecken ein besonderes Augenmerk, die bereits unter normalen Bedingungen beliebt sind. Beispiele sind die Frankenbahn, die Strecken in Richtung Bodensee und der Murgtäler Freizeitexpress, der in den Schwarzwald fährt.

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Herausforderung für Verkehrsunternehmen

Der Start des 9-Euro-Tickets ist im Nahverkehr der Deutschen Bahn nach Unternehmensangaben weitgehend reibungslos verlaufen. Nutzerinnen und Nutzer des Stuttgarter Verkehrs- und Tarifverbundes (VVS) machten regen Gebrauch von dem Ticket, wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn berichtete. "Es sind mehr Leute unterwegs." Bahnsteige waren aber demnach nicht überfüllt. In Karlsruhe nannte ein Sprecher des Verkehrsverbundes KVV die Lage eher ruhig.

"Der Blick auf die Betriebslage zeigt, es war ein ruhiger Start", sagte ein Bahnsprecher am Mittwochmorgen in Berlin. "Die Züge waren nicht übermäßig stark belegt, aber heute ist eben auch ein ganz normaler Arbeitstag." Es bleibe abzuwarten, wie sich die Nachfrage über die kommenden Feiertage entwickle. "Zu Pfingsten sind die Züge ohnehin gut gefüllt bei schönem Wetter", betonte der Sprecher. "Das wird sicher eine Herausforderung sein für die Verkehrsunternehmen in Deutschland."

Alle Informationen zum günstigen 9-Euro-Ticket finden Sie auch in diesem Film von SWR Aktuell (31. Mai 2022):

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BW: Sorgen um Überlastung der Züge

Auch Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) sorgt sich vor dem Pfingstwochenende, wie er am Mittwoch in Stuttgart sagte. Er sei gespannt, ob die Kapazitäten ausreichen. "Daher meine Bitte: Überlegen sie sich genau, wann sie losfahren und ob sie nicht alle zur gleichen Zeit losfahren. So wie die anderen. Sondern, dass man sich andere Zeiten aussucht", so Hermann im SWR-Interview.

Es bestehe außerdem die Gefahr, dass nach dem 9-Euro-Ticket die Fahrpreise wieder steigen, sagte Hermann. Nach Ansicht des Grünen-Politikers stellt der Bund zu wenig Geld zur Verfügung, um das 9-Euro-Ticket finanzieren zu können. Bezahlen müssen laut Hermann am Ende die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. "Wir werden für den nächsten Haushalt im Bund kämpfen müssen, dass es dann eben deutlich mehr Mittel für den Schienenpersonennahverkehr gibt."

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9-Euro-Ticket hat keinen starken Effekt auf Berufsverkehr

Das 9-Euro-Ticket hatte zum Auftakt keinen deutlichen Effekt auf den Berufsverkehr. Darauf deutet eine Analyse des Verkehrsdatenexperten TomTom für die Deutsche Presse-Agentur hin. In zehn deutschen Großstädten und Regionen stellte das Unternehmen am Mittwochmorgen zwar insgesamt etwas weniger und kürzere Staus fest als am Vortag beziehungsweise am Mittwoch vor zwei Wochen. Der Verkehrsfluss insgesamt war allerdings je nach Stadt teilweise besser, teilweise schlechter.

Ralf-Peter Schäfer von TomTom sprach von einem "Trend der leichten Entspannung". In Berlin, Stuttgart, Leipzig sowie den Regionen Ruhrgebiet Ost und Ruhrgebiet West seien Verbesserung im Verkehr deutlich gewesen.

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Sonderticket: "Weg für die Zukunft"

Das 9-Euro-Ticket wird aus Sicht des Bahnbeauftragten der Bundesregierung, Michael Theurer, ein großer Erfolg und kann den Weg für die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs weisen. "Ich glaube, dass das ein echter Knaller wird", sagte der FDP-Politiker am Mittwoch in Berlin zum Start der Aktion vor Journalistinnen und Journalisten.

Theurer betonte, das 9-Euro-Ticket könnte wichtige Hinweise für die Zukunft des Nahverkehrs geben. Wenn es gelinge, durch ein konkurrenzlos günstiges Preisangebot Fahrgäste zurückzuholen oder sogar über das Vor-Corona-Niveau zu kommen, dann zeige es, in welche Richtung es gehen könne. Schon lange wird in Deutschland über die bundesweite Einführung eines 365-Euro-Tickets (pro Jahr) debattiert. Theurer sagte, Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) habe mit den Ländern eine Arbeitsgruppe zu einem Mobilitätspakt eingesetzt.

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Hunderttausende Tickets in BW verkauft

Bundesweit wurden bis kurz vor dem Start rund sieben Millionen der Sonderfahrkarten verkauft, wie der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) berichtet hatte. In Baden-Württemberg gingen hunderttausende Tickets an Kundinnen und Kunden - eine präzise Zahl gibt es dem regionalen VDV-Verband zufolge nicht. "Der Verkauf läuft sehr gut", sagte Geschäftsführer Ulrich Weber der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

Es werde sich nun insbesondere am langen Pfingstwochenende zeigen, ob die Kapazitäten der starken Nachfrage gewachsen seien. Mit dem Angebot will die Bundesregierung Bürgerinnen und Bürger angesichts der Inflation entlasten und den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel attraktiver machen. Der Ansturm auf das 9-Euro-Ticket sei "ganz massiv", sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Das zeige: "Die Maßnahmen wirken, sie kommen direkt an bei den Bürgerinnen und Bürgern." Der Kanzler hob hervor, dass auch Rentnerinnen und Rentner davon profitierten.

Gut erreichbare Reiseziele

Ein Sprecher des Tourismusverbands Hochschwarzwald sagte, das Angebot für den öffentlichen Nahverkehr werde begrüßt. Es lasse sich aber noch nicht absehen, wie es sich in der Ferienregion konkret auswirken werde. Gut erreichbare Ziele seien beispielsweise Hinterzarten, Feldberg-Bärental, der Titisee und der Schluchsee.

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