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Baden-Württembergs AfD-Chef Gögel will nach SWR-Informationen nicht wieder als Parteivorsitzender kandidieren. Vor dem Sonderparteitag Mitte Februar bringen sich dafür andere in Stellung.

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16:00 Uhr
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SWR Fernsehen BW

Die AfD in Baden-Württemberg ist tief zerstritten. Gegen zwei Landtagsabgeordnete - Wolfgang Gedeon und Stefan Räpple - laufen Parteiausschlussverfahren. Gedeon sieht sich mit Antisemitismus-Vorwürfen konfrontiert. Derzeit wird der Landesvorstand geleitet von dem Landtagsabgeordneten Bernd Gögel und dem Bundestagsabgeordneten Dirk Spaniel.

Sonderparteitag der AfD Mitte Februar

Ein Sonderparteitag ist für den 15. und 16. Februar in Böblingen anberaumt. Dort werden Personalentscheidungen erwartet. Die Kandidaten bringen sich bereits in Stellung.

Gögel kündigte am Freitag an, dass er nicht wieder als Parteivorsitzender kandidieren wolle. Er werde auf dem Landesparteitag nicht wieder antreten, sagte er dem SWR. Die Entwicklung der letzten Wochen habe ihm gezeigt, dass die Partei einen kompletten Neuanfang möchte. Beide Lager in der AfD wollten neue Gesichter. Da möchte er nicht im Weg stehen, so Gögel. Im Landtag wolle er aber Fraktionschef bleiben. Ob er auch bei der nächsten Landtagswahl wieder antritt, entscheide er in den nächsten Tagen.

Baden-Württemberg, Pforzheim: Bernd Gögel, Vorsitzender der AfD Baden-Württemberg, nimmt am 14. Landesparteitag der AfD Baden-Württemberg teil. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Uli Deck/dpa)
AfD-Landeschef Bernd Gögel will nicht wieder kandideren. picture alliance/Uli Deck/dpa

Spaniel will wieder antreten

Gögels Co-Chef Spaniel hingegen will wieder gewählt werden. Er vertritt vor allem den radikal rechten Flügel in der Partei. Der AfD-Landesvorstand ist seit Monaten zerstritten, besonders die beiden Parteichefs. Spaniel wurde parteischädigendes Verhalten vorgeworfen. Zuletzt hatte sich Gögel mit anderen Vorstandsmitgliedern für einen Parteiausschluss von Spaniel stark gemacht.

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19:30 Uhr
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SWR Fernsehen BW

Am Freitag sagte der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen dem SWR, dass sich Spaniel als Landessprecher mehr als fragwürdig verhalten habe. "Ich schätze die inhaltlich-fachliche Kompetenz im verkehrspolitischen Bereich von Herrn Spaniel durchaus", sagte Meuthen im SWR. Spaniel habe sich aber als nicht teamfähig erwiesen.

Hess will mit Weidel kandidieren

Beim Sonderparteitag antreten will auch der Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Ludwigsburg, Martin Hess. Er hatte bei der Vorstandswahl im Februar 2019 noch gegen Spaniel verloren. Nun gab er bekannt, dass er gerne mit der Vorsitzenden der Bundestagsfraktion, Alice Weidel, an die Spitze des Landesverbands rücken wolle. Weidels Sprecher Daniel Tapp sagte dem SWR, dass Weidel noch überlege, ob sie auch kandidiere. Weidel ist neben Alexander Gauland Co-Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion.

Aussage von Meuthen sorgt für Ärger

Meuthen nannte es "ambitioniert", dass Weidel möglicherweise Landessprecherin werden will. Der Konter aus deren Unterstützerumfeld folgte prompt: Meuthen habe Baden-Württemberg als Fraktionsvorsitzender in "der höchsten Not" verlassen und schieße nun auf die, die Verantwortung übernehmen wollen, hieß es gegenüber dem ARD-Magazin "Bericht aus Berlin".

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