Andreas Stoch, Landesvorsitzender der SPD Baden-Württemberg. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Schmidt)

SPD-Landeschef zur Impfquote in Baden-Württemberg

Stoch: "Corona-Impfgegner werden Sie nicht überzeugen"

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Der baden-württembergische SPD-Landeschef Stoch fordert mehr Engagement bei Corona-Impfungen. Es müssten die ungeimpften 35 bis 40 Prozent überzeugt werden - und es sei legitim, ihnen weniger zu erlauben.

Andreas Stoch, der baden-württembergische SPD-Landeschef, hat dazu aufgerufen, die Impfquote im Land zu erhöhen. Im SWR sagte er, es müssten die noch nicht geimpften 35 bis 40 Prozent überzeugt werden. Natürlich sei ihm bewusst, dass man auf diese Weise nicht alle erreichen könne.

"Ich spreche jetzt nicht von querulatorischen Impfgegnern, die werden Sie nicht überzeugen."

Er glaube jedoch, dass viele Menschen noch nicht zum Impfen entschlossen seien. Es gebe Menschen, die keine Nachrichten schauten und bisher nicht erreichbar seien.

Stoch fordert mehr Impfungen vor Ort

"Ich halte sehr viel von aufsuchender Sozialarbeit, von Impfarbeit, in dem wir in die Quartiere gehen und zum Beispiel Menschen mit Migrationshintergrund sprachlich erreichen können", so Stoch.

Geimpfte sollen mehr dürfen

Als zusätzlichen Impfanreiz findet Stoch es außerdem legitim, bereits Geimpften mehr zu erlauben - "aus meiner Sicht juristisch korrekt", so der Jurist Stoch.

Es findet eine Impfung statt. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Daniel Karmann)
Das Impftempo in Baden-Württemberg hat sich rasant verlangsamt. picture alliance/dpa | Daniel Karmann

Auch das Grundgesetz erlaube es, Menschen unterschiedlich zu behandeln - nach dem Motto "Gleiches muss gleich, aber Ungleiches ungleich behandelt werden". Er sei davon überzeugt, dass es im Herbst zu einer solchen "Differenzierung" komme.

Stoch im SWR Aktuell-Interview:

"Inzidenz kein alleiniger Maßstab"

Doch bevor es soweit ist, beraten Bund und Länder am Dienstag auch darüber, ob die Sieben-Tage-Inzidenz weiterhin als Maßstab für Öffnungen und Lockerungen unter Corona-Gesichtspunkten gelten kann oder nicht.

Stoch hält die Inzidenz als Orientierungswert für unverzichtbar. Anders als im Herbst vor einem Jahr, als es noch keine Impfungen gegeben hatte, müsse sie jetzt jedoch neu bewertet werden. "Die Inzidenz muss mitgedacht werden, aber sie kann nicht mehr der alleinige Maßstab sein."

Stoch verteidigt die Stiko

Sorge bereite ihm weiterhin die Situation an den Schulen im Land. Dennoch verteidigte er im Interview die Position der Ständigen Impfkommission (Stiko), die es nicht ausdrücklich empfiehlt, Kinder und Jugendliche zu impfen. Die Stiko habe einfach einen anderen Blickwinkel. "Ich halte nichts davon, die Stiko zu maßregeln, wie Herr Lucha das getan hat".

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