Corona-Impfzentrum (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte)

Corona-Impfstrategie

Baden-Württemberg will die vierte Corona-Welle ohne die Hilfe von Impfzentren brechen

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Filiz Kükrekol
Matthias Roman Schneider
Bild von Matthias Roman Schneider (Foto: privat)

Die Landesregierung hält an ihrer Impfstrategie fest und baut auf die mobilen Impfteams sowie die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte. Die Impfzentren bleiben somit geschlossen.

Anders als im SPD-geführten Rheinland-Pfalz sollen im grün-schwarzen Baden-Württemberg zunächst nur kleinere Anlaufstellen zur Corona-Impfung reaktiviert werden.

Landesregierung in BW sieht sich gut aufgestellt

Allein am Dienstag haben laut Landesregierung die Ärztinnen und Ärzte schon doppelt so viele Impfungen verabreicht wie am Montag. Unter den Erstimpfungen werde dabei ein Zuwachs von 40 Prozent verzeichnet. Die Impfungen nähmen also spürbar zu, so eine Sprecherin des Sozialministeriums.

Darf wieder öffnen: das Impfzentrum Trier (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Harald Tittel)
Darf wieder öffnen: das Impfzentrum im rheinland-pfälzischen Trier. Baden-Württemberg wählt einen anderen Weg. picture alliance/dpa | Harald Tittel

Die Landesregierung schließt es aus, die Impfzentren in der Fläche zu reaktivieren. Nach Einschätzung von Landesgesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) würde dies in der aktuellen Lage zu lange dauern. Sie seien Ende September auch geschlossen worden, weil man zum Schluss einen zu großen Apparat bei zu geringer Nachfrage habe aufrechterhalten müssen. Die mobilen Impfstützpunkte könnten hingegen schneller einsatzbereit sein, so Lucha.

Die müssten jetzt aber auch loslegen, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) im SWR-Interview. Er monierte, dass noch nicht alle mobilen Impfteams unterwegs seien. Da müsse mehr Tempo rein, so Kretschmann. Auch er ist der Ansicht, dass eine Wiederinbetriebnahme geschlossener Impfzentren zu lange dauern würde.  

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Es sei ein Fehler, dass Gesundheitsminister Lucha eine Wiedereröffnung der Impfzentren ausschließt, kritisierte die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD im Bundestag, Heike Baehrens.

Boostern ab 18 Jahren

Seit Donnerstag empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Booster-Impfung auch für Menschen über 18 Jahren. Der Ulmer Virologe und STIKO-Vorsitzende, Thomas Mertens, hatte bereits am Dienstagabend eine baldige Ausweitung der Impfempfehlung auf alle Erwachsenen angekündigt.

Der baden-württembergische SPD-Chef Andreas Stoch fordert deutlich mehr Anstrengung bei der Impfkampagne. Vor der Entscheidung der STIKO vom Donnerstag hatte er kritisiert, Menschen über 18 Jahre wüssten nicht, woher sie die Impfungen bekommen sollten, wenn die STIKO-Empfehlung dann final vorliege.

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Eine Million Impfungen im Dezember

Im Sozialministerium rechnet man damit, dass im Dezember mindestens eine Million Menschen in Baden-Württemberg geimpft werden können.

600.000 Impfungen sollen über die mobilen Impfteams und mindestens 400.000 in Arztpraxen vorgenommen werden. Von der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) heißt es, die niedergelassenen Ärzte würden zur Zeit überrannt, aber das werde sich wieder einpendeln.

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