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Nach der Landtagswahl wird derzeit über eine mögliche Regierungskoalition verhandelt. Viel lassen sich die Parteien nicht entlocken, nur die FDP äußerte vage Hoffnung auf die "Ampel".

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Die Sondierungsgespräche der Grünen in Baden-Württemberg mit CDU sowie SPD und FDP gehen Ende kommender Woche in die nächste Runde. Die Liberalen zeigten sich am Mittwochabend in Stuttgart zuversichtlich, dass eine Ampel-Koalition mit Grünen und SPD zustande kommt. "Es gab keine unüberbrückbaren Differenzen", sagte FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke nach dem Gespräch mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann und der Grünen-Spitze. Weder thematisch noch atmosphärisch hätten sich Probleme aufgetan, sagte Rülke.

CDU will Ampel verhindern

Vor der FDP hatten CDU und SPD nacheinander mit den Grünen gesprochen. Die Gespräche dauerten jeweils rund zwei Stunden. Die Union will trotz des Debakels bei der Landtagswahl die grün-schwarze Koalition fortsetzen. Denkbar ist eine Ampelkoalition von Grünen, SPD und FDP. Die Liberalen waren zunächst die einzigen, die sich öffentlich nach den Sondierungsgesprächen äußerten. Sozialdemokraten und FDP sehen die CDU als abgewählt an und streben in die Regierung. Die CDU will hingegen unbedingt verhindern, dass die Grünen eine Ampel mit SPD und FDP bilden.

Nach dem ersten Treffen zwischen Grünen und CDU am Vormittag haben die bisherigen Koalitionspartner strenges Stillschweigen vereinbart. Die Verhandlungsgruppe um CDU-Landeschef und Innenminister Thomas Strobl verließ am Mittwochmittag nach eineinhalb Stunden das Haus der Architekten in Stuttgart - ohne Kommentar.

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Kretschmann freut sich über Koalitionswahlmöglichkeiten

In Verhandlungskreisen hieß es, wie erwartet sei die Union nach ihrer schweren Niederlage bei der Landtagswahl am Sonntag sehr zugewandt gewesen. Vor allem Strobl habe herausgestrichen, dass mit ihm eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich sei. Strobl galt in den vergangenen fünf Jahren als Vertrauter von Ministerpräsident Kretschmann.

Kretschmann sprach am Abend lediglich von "richtig spannenden und interessanten" Gesprächen. 2011 sei für die Grünen klar gewesen, dass man mit der SPD koaliere, 2016 sei dann nur die Möglichkeit von Grün-Schwarz geblieben. Nun können es sich die Grünen aussuchen, ob sie eine grün-schwarze Koalition fortsetzen oder mit SPD und FDP regieren. "Wir sind zum ersten Mal in der Situation des Wählens", sagte Kretschmann. "Das ist eine spannende interessante Frage, auch eine von hoher Verantwortung, was man zum Schluss macht."

ZDF-Moderator Markus Lanz hatte am Dienstagabend bereits versucht, Kretschmann Präferenzen zu entlocken. Dieser wollte sich aber nicht festlegen. Es werde auf jeden Fall eine schwierige Entscheidung.

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