Ein Firmenlogo des Softwarekonzerns SAP ist an einem Firmengebäude angebracht.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Uwe Anspac)

Ermittlungen gegen zwei ehemalige Betriebsratsmitglieder

SAP will Ex-Betriebsratschef entlassen

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In der Affäre um Arbeitszeitbetrug und Urkundenfälschung will der Softwarekonzern SAP seinen ehemaligen Betriebsratschef fristlos entlassen. Wie das Unternehmen mitteilte, hat der Betriebsrat der SAP SE der außerordentlichen Kündigung auf einer Sondersitzung zugestimmt.

Der ehemalige Betriebsratsvorsitzende der SAP SE, Ralf Z., soll einem weiteren Arbeitnehmervertreter dabei geholfen haben, Anwesenheitsbelege für Betriebsratssitzungen zu manipulieren. Der Hinweis dafür war Unternehmens-intern über ein anonymes Whistleblower-System eingegangen, SAP hatte daraufhin eine Untersuchung eingeleitet.

Rücktritt bereits am Wochenende

Ralf Z. war am Wochenende ohne Angaben von Gründen von seinem Amt als Betriebsratsvorsitzender der SAP SE zurückgetreten. Wie der SWR aus Insider-Kreisen erfahren hat, hat Ralf Z. die Urkundenfälschung inzwischen zugegeben. Der Betriebsrats-Kollege, dem Ralf Z. geholfen hat, die Nachweise zu frisieren, steht zudem wegen mutmaßlicher Wahlbestechung im Fokus.

Der ehemalige Betriebsrat soll einem SAP-Mitarbeiter eine halbe Million Euro angeboten haben, wenn dieser ihn bei der Wahl in den Aufsichtsrat unterstützt. Das Landgericht Heidelberg hat sich bereits mit dem Fall befasst, seit vergangener Woche ermittelt die Heidelberger Staatsanwaltschaft.

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