Eine Photovoltaikanlage auf einem Firmendach. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte)

Solardachpflicht kommt 2022

Das erwartet Häuslebauer in Baden-Württemberg

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Mit dem Ausbau von Photovoltaikanlagen soll in Baden-Württemberg die Energiewende vorangetrieben werden. Diese Ausbaumaßnahmen werden im nächsten Jahr verpflichtend.

Baden-Württemberg macht Ernst bei der Solardachpflicht. Das Umweltministerium in Stuttgart wies darauf hin, dass Sonnenenergie mit einem Anteil von gut 14 Prozent den Spitzenplatz unter den erneuerbaren Energien im Land belegt und in den nächsten Jahren deutlich weiter ausgebaut werden soll. "Hierzu soll hauptsächlich das bislang nur zu etwa 20 Prozent genutzte Potenzial auf Dächern weiter für die Solarenergienutzung erschlossen werden", so eine Sprecherin des Ministeriums unter der Leitung von Umweltministerin Thekla Walker (Grüne). Dies soll im nächsten Jahr durch konkrete Regeln erreicht werden.

Ab Januar Photovoltaikanlagen auf allen neuen Nicht-Wohngebäuden

Der Plan des Umweltministeriums sieht vor, dass ab Januar 2022 auf jedem neuen Nicht-Wohngebäude im Land Photovoltaikanlagen zur Gewinnung von Solarenergie aufgestellt werden müssen. Dies gilt auch für Firmendächer und Lagerhallen. Unternehmerinnen und Unternehmer im Land, die 2022 neue Infrastruktur für ihre Betriebe errichten, sind also dazu verpflichtet, Photovoltaikanlagen auf den neuen Gebäuden zu installieren. Auch bei Parkplätzen mit über 35 Stellplätzen greift die neue Regelung.

Verpflichtender Photovoltaikausbau auch für private Häuslebauer

Die neuen Regeln des Umweltministeriums sehen aber auch für private Bauvorhaben im Land neue Pflichten vor. Wer ein neues Haus bauen will, muss ab dem ersten Mai des neuen Jahres eine Solaranlage auf seinem Dach installieren lassen. Zudem müssen Hausbesitzer vom 1. Januar 2023 an bei einer grundlegenden Dachsanierung eine Photovoltaikanlage einbauen lassen.

In bestimmten Fällen gelten Ausnahmen

Die neuen Regelungen beim privaten Hausbau gelten allerdings nicht für jedes Bauvorhaben. Häuser mit einer zusammenhängenden Dachfläche kleiner als 20 Quadratmeter sind von der Photovoltaikpflicht ausgenommen, genauso wie Häuser deren Dächer nicht zwischen 20 und 60 Grad geneigt sind. Auch die Ausrichtung des Daches spielt eine Rolle. Wenn die Dachfläche nicht hinreichend von der Sonne beschienen wird und das Dach somit gänzlich ungeeignet ist, fällt die Pflicht zur Solaranlage weg.

Umweltministerin Walker sagte, die Photovoltaik sei neben der Windenergie ein wesentlicher Bestandteil, um die erneuerbaren Energien auszubauen, Versorgungssicherheit zu schaffen und die Klimaschutzziele zu erreichen. Der Klimawandel mache an keiner Grenze halt. "Nur mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung wird es uns gelingen, die Klimakrise zu stoppen", so die Umweltministerin.

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SWR