Musical "Tanz der Vampire" von Roman Polanski (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Sophia Kembowski)

Theater, Messen, Musicals und Zoos

Sind Kulturveranstaltungen in BW trotz Corona wieder gefragt?

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Die Kultur- und Veranstaltungsbranche gehört zu den Verlierern der Pandemie. Viele Betriebe waren monatelang geschlossen. Die Nachfrage steigt wieder - aber nicht überall gleich.

Nach einer 18 Monate langen Corona-Pause soll mit "Tanz der Vampire" am 5. Oktober in Stuttgart wieder eine Musical-Premiere gefeiert werden. Ab Anfang November ist "Aladdin" als zweites Musical in Stuttgart zu sehen. Coronabedingt gebe es ein gut durchdachtes Hygiene-Konzept, mit dem eine volle Auslastung behördlich gestattet werde, heißt es bei dem Veranstalter "Stage Entertainment". Der Vorverkauf laufe sehr lebhaft. Die Nachfrage steige in den vergangenen Wochen spürbar, habe aber noch nicht ganz das Niveau wie vor Corona erreicht, so Unternehmenssprecher Stephan Jaekel.

Besucher fahren im Europapark mit der Achterbahn "Silver Star". (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Silas Stein)
Eine Aufnahme aus dem Jahr 2019 als mehr als fünf Millionen Menschen in den Europa-Park kamen. Coronabedingt sind es dieses Jahr deutlich weniger. (Archiv) picture alliance/dpa | Silas Stein

Täglich bis zu 25.000 Menschen im Europa-Park in Rust

Der Europa-Park Rust hat sich selbst eine Obergrenze gesetzt. Maximal 25.000 Personen dürfen pandemiebedingt am Tag in den Freizeitpark im südbadischen Rust. Zum Vergleich: Vor Corona besuchten teilweise täglich 40.000 bis 45.000 Menschen den Freizeitpark. Je nach Wochentag, Wetter und Ferienzeiten werde die 25.000er-Grenze erreicht, so Diana Reichle. Die Pressesprecherin spricht von einem wieder großen Interesse.

"Nach der langen Zeit sehnen sich die Menschen danach, wieder etwas zu erleben, ganz besonders auch mit der gesamten Familie oder Freunden."

Nilpferdjungtier in Karlsruhe (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Uli Deck)
Jungtiere - wie dieses Flusspferd im Karlsruher Zoo aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 - ziehen immer. Derzeit sei das Besucherinteresse ordentlich, aber nicht rekordverdächtig, heißt es bei der Zooverwaltung. (Archiv) picture alliance/dpa | Uli Deck

Karlsruher Zoo wird wieder gut besucht

Die Besucherzahlen im Zoologischen Stadtgarten in Karlsruhe sind derzeit wieder "ordentlich", so Pressesprecher Timo Deible. Am vergangenen Wochenende kamen pro Tag jeweils 6.000 bis 7.000 Besucherinnen und Besucher. Das sei nicht übermäßig viel, aber auch nicht schlecht. Die 3G-Regelung würde gut angenommen, so der Zoosprecher weiter. In Innenräumen und an Orten, wo sich Menschen sehr nahe kommen, ist das Tragen einer Maske Pflicht. Beschwerden gebe es deswegen kaum. Kamen vor Corona teilweise mehr als eine Million Besucherinnen und Besucher im Jahr, waren es 2020 mit 550.000 rund die Hälfte. Auch dieses Jahr erwartet der Karlsruher Zoo - vor allem wegen der viereinhalbmonatigen Schließung im vergangenen Winter - eine ähnlich niedrige Zahl.

Besucher auf der Messe Interboot in Friedrichshafen (Foto: Pressestelle, INTERBOOT Friedrichshafen)
Die Messe Friedrichshafen hat wieder geöffnet. Am ersten Wochenende der Messe Interboot kamen laut Veranstalter rund 17.500 Menschen. Pressestelle INTERBOOT Friedrichshafen

Messe Friedrichshafen: Deutlich mehr Besucher als vor einem Jahr

Coronabedingt mussten auf dem Gelände der Messe Friedrichshafen insgesamt 26 Messen abgesagt werden. Die Wassersport-Messe Interboot (18.-26. September) ist in diesem Jahr erst die vierte Messe. Am vergangenen Wochenende kamen laut Veranstalter 17.500 Besucherinnen und Besucher. Das seien deutlich mehr als 2020, allerdings weniger als noch vor der Pandemie, so Charlotte Murakami von der Messe Friedrichshafen. Für das gesamte Messegelände gilt die 3G-Reglung. In den Hallen muss eine Maske getragen werden. Das schrecke die Besucherinnen und Besucher nicht ab, viel mehr sei durch die Pandemie das Interesse an Booten, Brettern und Wassersportarten allgemein stark angestiegen.

"Die ersten Messetage waren überragend, weshalb wir jetzt schon Vor-Corona-Niveau erreicht haben."

Die Blechtrommel von Günter Grass. Theaterfassung: Oliver Reese (Foto: Pressestelle, Robert Crassie)
Beim Theatersommer Ludwigsburg sind 108 Theateraufführungen gezeigt worden, darunter die Blechtrommel von Günter Grass. Die Veranstalter sprechen von einem Erfolg. Pressestelle Robert Crassie

Theatersommer Ludwigsburg: 40 Prozent mehr Gäste als 2020

Trotz wechselhaften Wetters und Corona-Einschränkungen ist der Theatersommer Ludwigsburg dieses Jahr gut gelaufen. Das hat das Freilichttheater Ludwigsburg am Mittwoch mitgeteilt. Mit knapp 7.000 Besucherinnen und Besuchern kamen nach Angaben des Freilichttheaters 40 Prozent mehr Gäste als noch im Vorjahr. Das Theater geht davon aus, dass die Spielzeit trotz Einschränkungen ohne gefährdende Verluste abgeschlossen werden kann. Für dringend notwendige Reparaturen und Investitionen fehle jedoch das Geld.

Ausverkaufte Aufführungen bei den Freilichtspielen in Schwäbisch Hall

Sehr positiv ist auch die Bilanz der Freilichtspiel Schwäbisch Hall. Der Vorsitzende Hermann-Josef Pelgrim spricht bei 45.557 verkauften Karten von einer "Zielübererfüllung".

Schwäbisch Hall

Musical "Sister Act" war Publikumsrenner Haller Freilichtspiele 2021 mit guter Bilanz

Die Freilichtspiele Schwäbisch Hall haben die Spielzeit mit einem guten Ergebnis abgeschlossen. Insgesamt kamen mehr als 45.000 Zuschauer zu den Aufführungen auf der Großen Treppe und rund um das neue Globe Theater.  mehr...

Zögerliches Kulturpublikum in Tübingen und Reutlingen

Die Württembergische Philharmonie Reutlingen dürfte nach der aktuellen Coronaverordnung in einer ausverkauften Reutlinger Stadthalle spielen. Sie hat sich wegen der vor wenigen Wochen noch unklaren Pandemielage aber für einen reduzierten Kartenverkauf für die ersten beiden Symphoniekonzerte entschieden. Eher schleppend läuft auch der Kartenvorverkauf beim Reutlinger Theater "Tonne" sowie beim Tübinger Landestheater. Das Publikum sei eher zurückhaltend, so Intendant Thorsten Weckherlin. Weil vielen das Gefühl der Sicherheit fehle, habe man sich für eine 60-prozentige Saalbelegung entschieden.

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