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Silvester ohne Party, Feuerwerk und Böllern ist für viele unvorstellbar. In diesem Jahr gelten aufgrund der Corona-Pandemie jedoch strenge Regeln. Was ist nun erlaubt? Eine Übersicht.

Was sind die allgemeinen Regeln an Silvester?

Verboten ist laut der aktuellen Corona-Verordnung in Baden-Württemberg:

  • Das Abbrennen von Pyrotechnik im öffentlichen Raum
  • Der Verkauf von Feuerwerkskörpern
  • Der Konsum alkoholischer Getränke in der Öffentlichkeit

Zudem werden bei den Kontaktbeschränkungen keine Ausnahmen gemacht. Erlaubt sind maximal fünf Personen aus zwei Haushalten (Kinder bis 14 Jahren ausgeschlossen).

Die Ausgangsbeschränkungen haben außerdem zur Folge, dass man nach 20 Uhr sein Grundstück nicht mehr verlassen darf - egal ob man Feuerwerk gucken oder nur mit Freunden und Nachbarn anstoßen will.

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Darf ich an Silvester böllern?

Ja und Nein. Das Böllern im öffentlichen Raum ist in diesem Jahr verboten. Was man aber im eigenen Garten macht, bleibt weiter jedem selbst überlassen. Es wird keine Silvester-Raketen oder andere Knallkörper in den Supermärkten geben. Dafür sorgt das Verkaufsverbot. So will man die Notaufnahmen an Silvester nicht mit zusätzlichen Verletzten belasten.

Darf ich Raketen oder Böller kaufen?

Nein. Bund und Länder haben am 13. Dezember beschlossen, den Verkauf von Feuerwerkskörpern zu verbieten. Damit soll möglichst verhindert werden, dass an Silvester die ohnehin belasteten Krankenhäuser in den Notaufnahmen zusätzlich durch Böller verletzte Personen behandeln müssen.

Pyrotechnick im Ausland kaufen?

Die Einfuhr nicht zugelassener Pyrotechnik ist nach den Vorschriften des Sprengstoffgesetzes wie bisher auch verboten und strafbar. Der Zoll rät deshalb dringend, immer nur offiziell zugelassenes Feuerwerk zu kaufen und darauf zu achten, dass dieses mit der entsprechenden CE-Kennzeichnung versehen ist. Das Hauptzollamt Lörrach etwa teilte mit, dass der Zoll an den Grenzübergängen und im Postverkehr hierzu verstärkt kontrollieren werde. Es wird vermutet, dass viele nun Pyrotechnik in der benachbarten Grenzregion oder im Internet kaufen.

Darf ich Feuerwerkskörper aus den Vorjahren zünden?

Ja. Feuerwerke die bereits gekauft oder eingelagert wurden, dürfen genutzt werden. Das Land warnt jedoch davor, dass Feuerwerke durch eine falsche Lagerung beschädigt sein könnten. Somit ist die Verletzungsgefahr möglicherweise erhöht. Wichtig ist außerdem, dass, egal woher das Feuerwerk stammt, auf keinen Fall Pyrotechnik im öffentlichen Raum gezündet werden darf.

Darf ich auf der Straße böllern?

Nein, denn das Zünden von Pyrotechnik ist im öffentlichen Raum - also auf der Straße, Plätzen, Parks und ähnlichen Orten - untersagt. Das gilt auch für Feuerwerk, das man noch aus den Vorjahren hat. Außerdem ist es verboten, nach 20 Uhr die eigene Wohnung zu verlassen, was das Feuerwerk um Mitternacht ohnehin einschränkt.

Darf ich auf meinem Grundstück Raketen zünden?

Ja, solange es sich nicht um den öffentlichen Raum handelt, ist es generell nicht verboten, Pyrotechnik zu zünden - wie etwa im angrenzenden Garten. Die Straße ist jedoch tabu, da es sich um öffentlichen Raum handelt. Natürlich sollten jederzeit auch im privaten Raum die Sicherheitsaspekte beim Zünden von Pyrotechnik beachtet werden.

Darf ich am Silvesterabend spazieren gehen?

Ja, aber nur bis 20 Uhr. Spaziergänge nach 20 Uhr sind nicht erlaubt. Auch an Silvester greift die nächtliche Ausgangsbeschränkung in Baden-Württemberg. Doch wer etwa mit seinem Hund raus muss, muss keinen Ärger befürchten - aber nur, wenn er allein mit dem Vierbeiner unterwegs ist.

Ist das Feuerwerksverbot überhaupt rechtens?

Ja, denn ein Gericht hat das coronabedingte Böllerverbot im öffentlichen Raum bestätigt. Ein Rechtsanwalt war mit einem Eilantrag gegen die Regel in der Corona-Verordnung am 22. Dezember vor dem Verwaltungsgerichtshof in Mannheim gescheitert. Er wolle mit Familie und Freunden ins neue Jahr feiern und ohne Feuerwerk sei ihm das gänzlich unvorstellbar, hatte der Mann vor Gericht argumentiert. Das Verbot verletze sein Grundrecht auf allgemeine Handlungsfreiheit. Die Richter verwiesen in ihrer Entscheidung auf das Infektionsschutzgesetz, auf dessen Basis das Verbot keine unverhältnismäßige Grundrechtsbeschränkung darstelle.

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