Eine einzelne Laterne beleuchtet einen dunklen Waldweg.  (Foto: imago images, IMAGO / Gottfried Czepluch)

Tipps des baden-württembergischen Landeskriminalamts

Heimweg allein im Dunkeln? Das können Sie tun, um sich sicherer zu fühlen

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Vor allem Frauen haben oft ein mulmiges Gefühl, wenn sie im Dunkeln nach Hause gehen. Dabei gibt es einige Dinge, die man beachten kann, um sich sicherer zu fühlen.

Das baden-württembergische Landeskriminalamt (LKA) hat am Freitag auf seinem Twitter-Account einige Ratschläge für einen sicheren Heimweg geteilt:

Sicher unterwegs mit den Tipps der #Polizei Viel Licht und andere Menschen: Wer zu später Stunde noch unterwegs ist, sollte eher belebte und gut beleuchtete Straßen für den Heimweg nutzen. Die Polizei zeigt sichere Alternativen für den #Heimweg: https://t.co/yfv67zeKWA @LkaBaWue https://t.co/4f5p6BYiz8

Joachim Schneider, Leiter des Referats Prävention am LKA in Baden-Württemberg, hat die Tipps im SWR-Interview noch einmal zusammengefasst.

Planung ist das A und O

"Gute Planung ist alles", sagte Schneider. Man solle sich schon früh Gedanken darüber machen, wie man abends nach Hause kommt. Zu Fuß, mit dem Taxi oder doch mit der Bahn? Wenn man zu Fuß unterwegs ist, sollte man beispielsweise möglichst belebte und gut ausgeleuchtete Straßen nutzen.

Laut Schneider sind auch Mitfahrgelegenheiten eine Option - allerdings nur, wenn man die andere Person schon kennt. Trampen sollte man dagegen "auf keinen Fall". "Davon raten wir grundsätzlich ab", so Schneider.

Back-Up-Plan mit Freunden oder Familie ausmachen

Schneider rät weiter, in der Familie oder im Freundeskreis eine "Rückfallebene" einzurichten. Also eine Person, die man Tag und Nacht anrufen kann, falls man sich unsicher fühlt oder irgendwo gestrandet ist und nicht mehr alleine nach Hause kommt.

Im Notfall: 110

Selbst wenn man alle diese Tipps befolgt: Es kann immer vorkommen, dass man auf dem Heimweg in eine bedrohliche Situation gerät. In solchen Fällen sollte man nicht zögern, sondern direkt die Polizei rufen. "Dafür sind wir da", so Schneider.

"Wenn man sich bedroht fühlt: 110!"

Weniger Übergriffe während Corona-Pandemie

Genaue Zahlen, wie oft es tatsächlich zu Übergriffen auf dem Nachhauseweg kommt, gibt es laut Schneider nicht. Denn Straftaten, die im öffentlichen Raum stattfänden, würden in der Polizeilichen Kriminalstatistik unter dem Überbegriff "Straßenkriminalität" zusammengefasst.

Schneider denkt aber, dass die Zahl der Übergriffe durch die Corona-Pandemie in den vergangenen anderthalb Jahren zurückgegangen ist. "Es haben weniger Veranstaltungen stattgefunden, viele Dinge waren gar nicht möglich. Dadurch waren weniger Menschen unterwegs und es ist auch entsprechend weniger passiert."

Mehr Sicherheit durch bessere Aufklärung

Schneider hofft, dass sich die Menschen durch diese Tipps sicherer fühlen. Denn:

"Das, was die meisten Menschen beschäftigt, ist das Sicherheitsgefühl. Also das Gefühl, das Richtige zu tun und richtig vorbereitet zu sein."

App "walkingbuddies" soll Frauen die Angst auf dem Heimweg nehmen

Aber was tun, wenn man die letzte Bahn verpasst hat und seinen Notfallkontakt nicht erreichen kann? In Zukunft könnte hier die App "walkingbuddies" Abhilfe leisten. Die App wurde von den Stuttgarter Studierenden Lara Pfisterer, Thomas Jonathan Weschle und Aram Özdemir entwickelt und soll im Frühjahr des kommenden Jahres in Stuttgart an den Start gehen. Das Angebot richtet sich dabei ausschließlich an Frauen und Mädchen. Über die App soll es möglich sein, sich mit anderen Frauen für den gemeinsamen Weg nach Hause zu verabreden.

Um sicher zu gehen, dass die Person, mit der sich die Frauen und Mädchen verabreden ebenfalls eine Frau ist, gibt es einen Sicherheitscheck: "Beim Runterladen der App muss man sich verifizieren. Sonst könnte sich ja auch jeder x-beliebige Mann in die App einschleusen", meint Aram Özdemir. "Das wollen wir verhindern." Für die Verifizierung muss die Userin ein Selfie mit ihrem Ausweis machen. Ein Bot gleicht dann ab, ob die Person auf dem Ausweis dieselbe ist wie auf dem Selfie.

"Wir wollen Sicherheit schaffen - vor allem nachts."

Eine Rohfassung der App soll im Frühjahr 2022 erscheinen. Erstmal nur für den Stadtkreis Stuttgart. Gründer Aram Özdemir schließt aber nicht aus, dass die App in Zukunft noch größer wird und irgendwann womöglich einmal "Walking-Buddies" in ganz Baden-Württemberg vermittelt. Bis es so weit ist, können auch die Tipps des Landeskriminalamts helfen, sicherer nach Hause zu kommen.

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