Ein Auto ist nach dem Gewitter im Ostalbkreis von herabgestürzten Ästen begraben (Foto: Kamera24)

Unwetter im Land

Erneut heftige Gewitter in Baden-Württemberg - keine größeren Schäden

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Hitze und feuchte Luft verursachten am Freitagnachmittag und in der Nacht zu Samstag erneut heftige Gewitter im Land. Im Ostalbkreis und im Kreis Karlsruhe stürzten viele Bäume um.

Tief Emmelinde ist am Freitagabend und in der Nacht zum Samstag über Baden-Württemberg gezogen und hat vereinzelt zu heftigen Gewittern mit Platzregen und Sturmböen geführt. In Abtsgmünd im Ostalbkreis stürzte der Sturm viele Bäume um - zahlreiche Äste fielen auf Autos und beschädigten Dächer. Die Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun.

Die Feuerwehr Abtsgmünd im Ostalbkreis befreit Autos von umgestürzten Bäumen (Foto: Kamera24)
Die Feuerwehr Abtsgmünd im Ostalbkreis befreit Autos von umgestürzten Bäumen Kamera24

Auch bei Östringen im Kreis Karlsruhe wurde ein großer Baum vom Sturm umgeweht und blockierte eine Landstraße. Die Feuerwehr musste den Baum zersägen und während der Bergungsarbeiten die Straße sperren. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte vor lokalen Gewittern mit Starkregen, Sturmböen und Hagel. Allerdings sagten die Meteorologen für den Verlauf der Nacht zum Samstag abnehmende Unwettergefahr voraus. Starkregen sei aber unabhängig davon möglich. Inzwischen hat der Deutsche Wetterdienst die Unwetterwarnung vor schwerem Gewitter für Baden-Württemberg aufgehoben. Der DWD erwartet für die nächsten Tage wechselhaftes Wetter mit Temperaturen zwischen 20 und 26 Grad. Vereinzelt könne es zu weiteren Gewittern kommen.

Laut Polizei in BW keine größeren Schäden durch Gewitter

Insgesamt sind nach Angaben der Polizei in der Nacht von Freitag auf Samstag größere Schäden ausgeblieben. In vielen Regionen von Baden-Württemberg sei es wieder zu starken Gewittern und stürmischen Böen gekommen. Bäume und abgerissene Äste seien auf die Straßen gefallen. Verletzt habe sich dabei aber niemand, teilte die Polizei am Samstag mit.

In Teilen Deutschlands nördlich von Baden-Württemberg haben Gewitter am Freitag bereits beträchtliche Schäden angerichtet. In Nordrhein-Westfalen gab es mehrere Tornados. Dort wurden über 40 Menschen zum Teil schwer verletzt. In Rheinland-Pfalz starb ein Mann, als er einen überfluteten Keller betrat, der unter Strom stand. Teils heftige Unwetter mit großen Hagelkörnern sorgten hier für Stromausfälle und durchschlagene Windschutzscheiben. In Bayern stürzte eine Hütte ein und verletzte 14 Menschen.

Im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz fiel am Freitag wegen der Unwetterwarnungen der Schulunterricht aus. Auch Kindergartenkinder sollten zuhause betreut werden. Eine Flutkatastrophe hatte im vergangenen Sommer weite Teile des Kreises verwüstet und 134 Menschen das Leben gekostet.

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Größere Unwetterschäden bereits am Donnerstag

Schon am Donnerstag gab es in Teilen von Baden-Württemberg heftige Gewitter. Im Landkreis Ludwigsburg musste die Feuerwehr zu 200 Einsätzen ausrücken.

In Oberstenfeld-Gronau schlug ein Blitz in das Dach eines Hauses ein und setzte den Dachstuhl in Brand. Die Feuerwehr konnte einen Vollbrand verhindern, wie die Polizei mitteilte.

Schlammmassen nach Unwetter (Foto: SDMG / Hemmann )
Im Bottwartal im Kreis Ludwigsburg haben Unwetter zu überschwemmten Straßen geführt. Auch mit Schlammmassen mussten die Menschen kämpfen. SDMG / Hemmann

Auf die Ortsdurchfahrten von Mundelsheim und Oberstenfeld wurde der Schlamm von den anliegenden Feldern gespült, ein Auto versank in den kurzzeitig einen halben Meter hohen Fluten. Auch am Freitag waren Einsatzkräfte und Anwohnerinnen und Anwohner noch damit beschäftigt, Straßen, Einfahrten und Keller von Schlamm und Wasser zu befreien. In Oberstenfeld seien 50, in Mundelsheim 25 Keller vollgelaufen.

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Ursache ist Hitzewelle im Südwesten Europas

Schuld an den extremen Wetterereignissen ist laut SWR-Wetterexperte Andreas Machalica die aktuelle Hitzewelle im Südwesten Europas, wo in den nächsten Tagen Temperaturen bis 40 Grad erwartet werden. Die Hitzewelle breitete sich über Frankreich bis zu uns aus und sorgte am Freitag sogar für Temperaturen bis 34 Grad am Oberrhein. "Damit kommen wir an die absoluten Rekordmarken für Mitte Mai heran", erklärte der Meteorologe.

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