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Am Montag hat in Baden-Württemberg die Schule begonnen. Es wird ein Schuljahr unter Pandemiebedingungen und damit alles andere als normal. Und nicht überall sind genug Lehrer da.

Für 1,5 Millionen Schüler und mehr als 135.000 Lehrer hat nach den Sommerferien nun auch in Baden-Württemberg die Schule wieder angefangen. Das Kultusministerium plant "so viel Präsenzunterricht wie möglich" und der Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat vorsorglich an die Geduld der Schüler appelliert.

Vor Beginn des neuen Schuljahres hat BW-Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) Schülerinnen und Schüler mit Blick auf die Corona-Maßnahmen um Verständnis gebeten.Gepostet von SWR Aktuell am Samstag, 12. September 2020

Seitenlange Informationen für Eltern und Schüler

Die Corona-Pandemie stellt Schulleitungen, Lehrer und Schüler aber auch Eltern vor Herausforderungen. Deutlich mehr Kommunikation als sonst ist notwendig. Eltern und Schüler mussten bereits in den Ferien die teils seitenlangen Informationen der Schulen lesen und bestenfalls gemeinsam besprechen: Gesundheitserklärung, Hygienekonzepte, Wegepläne im Schulgebäude, Abstandsregeln zu Lehrern - aber nicht zu den Mitschülern, Maske auf dem Schulgelände - aber nicht im Unterricht und nicht für Grundschüler, aber dann doch, wenn der Lehrer zu nah kommt. Viel Stoff für größtmögliche Sicherheit an den rund 4.500 Schulen im Land.

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Trotz Kritik: Kultusministerin optimistisch

Trotz Kritik von Verbänden, Gewerkschaften und der Opposition im baden-württembergischen Landtag, sieht Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) das Land gut gerüstet für das neue Schuljahr.

Nachdem die Schulen zu Jahresbeginn coronabedingt lange geschlossen waren und Fernunterricht nicht überall flächendeckend funktionierte, dürfte es für viele Eltern eine Erleichterung sein, dass die Bildungseinrichtungen jetzt wieder im Präsenzunterricht öffnen. Corona-Verdachtsfälle und Covid-19-Erkrankungen an Schulen werden wahrscheinlich nicht ausbleiben. Und für viele Eltern stellt sich dann die Frage: Was heißt das für mein Kind? Wie schnell geht es vom Präsenzunterricht wieder ins Homeschooling?

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Homeschooling möglich

Das Kultusministerium setzt auf feste Gruppen im Schulbetrieb, um das Infektionsgeschehen genau nachvollziehen zu können und möglichst keine ganzen Schulstandorte schließen zu müssen. Schüler mit Vorerkrankung dürfen zu Hause bleiben, müssen aber trotzdem am Fernunterricht teilnehmen. Auch wenn das Kultusministerium dafür Rahmenbedingungen vorgeschrieben hat, haben noch lange nicht alle Schulen und Schüler ausreichend schnelles Internet und funktionierende Laptops oder Tablets. Und auch wenn die technischen Rahmenbedingungen stimmen, so läuft die Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern oft nicht einheitlich. Ob Lernplattform, Mails oder verschiedene Chatprogramme - von den Schülern wird hohe Flexibilität verlangt, wenn sie die teils sehr unterschiedlichen Infokanäle im Blick behalten müssen.

Jede Schule hat ein Hygienekonzept entwickelt

Doch wie haben sich die Schulen im Land auf den Schulstart vorbereitet? Im Main-Tauber-Kreis werden etwa mehr Schulbusse eingesetzt, um den Abstand zwischen den Schülern wahren zu können. Und nicht nur die Grund- und weiterführenden Schulen mussten wegen Corona umplanen: Auch an den Berufsschulen hat man Hygienekonzepte erstellt, um wieder in den Lehralltag zurückkehren zu können. Matthias Kyek, geschäftsführender Schulleiter der Beruflichen Schulen im Hohenlohekreis, sieht dem Schulstart zuversichtlich entgegen - auch, wenn er mit der dreifachen Schülerzahl gegenüber der Corona-Zeit rechnet.

"Es gibt Einbahnstraßensysteme, es gibt den Mundschutz auf dem gesamten Gelände und im Schulhaus - was jetzt erst landesweit verordnet wurde, das haben wir im Hohenlohekreis schon die ganze Corona-Zeit über."

Matthias Kyek, geschäftsführender Schulleiter der Beruflichen Schulen im Hohenlohekreis

Lehrermangel, vor allem an Grundschulen

Auch im Raum Karlsruhe hat man sich an den Schulen gut auf die Zeit nach den Sommerferien vorbereitet. Doch problematisch ist hier die knappe Personaldecke, wie in fast allen Teilen des Landes: In der Region Calw/Freudenstadt sind noch 36 Lehrstellen offen, bei Fachlehrern für Berufsschulen fehlt es ohnehin an Personal. Besonders eng wird es auch im Zollernalbkreis und im Kreis Sigmaringen. Für etwa 40 Stellen, vor allem in den Grundschulen, suche man noch Personal, so Gernot Schultheiß, Leiter des Staatlichen Schulamts in Albstadt.

Landesweit konnten von mehr als 5.900 zu besetzenden Lehrerstellen an den öffentlichen allgemeinbildenden und beruflichen Schulen 645 nicht besetzt werden, davon fast die Hälfte an Grundschulen. In ländlichen Bereichen ist der Lehrermangel größer als in den Ballungsräumen. Für den Lehrermangel macht Kultusministerin Eisenmann Planungsfehler in den vergangenen Jahren verantwortlich. Sie beklagte zuletzt aber auch eine mangelnde Bereitschaft von Junglehrern, in Regionen zu ziehen, die nicht zu ihren Wunschzielen gehörten.

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