Präsenzunterricht: Schülerinnen und Schüler sitzen während des Unterrichts im Klassenzimmer. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth)

Schulbeginn nach Weihnachten in Baden-Württemberg

Videokonferenz der Kultusminister: Baden-Württemberg will Schulen offenhalten

STAND

Wie soll der Schulstart nach den Weihnachtsferien in Baden-Württemberg aussehen? BW-Kultusministerin Schopper will am Präsenzunterricht festhalten.

Am Mittwochnachmittag haben die Kultusminister und -ministerinnen der Länder kurzfristig in einer Videokonferenz über die Lage an den Schulen beraten. Baden-Württembergs Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) will am Präsenzunterricht festhalten. Dafür sollen die Testkapazitäten an den Schulen hochgefahren werden. Die Maskenpflicht will die Landesregierung beibehalten. Die Videokonferenz sollte auch ein Signal an die Bund-Länder-Runde am Freitag sein, Schulschließungen zu vermeiden.

Zugleich rufen Elternvertreter in Baden-Württemberg wenige Tage vor dem Ende der Weihnachtsferien dazu auf, die Schulen am kommenden Montag zu öffnen. "Es gibt momentan gar keinen Grund, warum das Land anders entscheiden sollte", sagte der Vorsitzende des Landeselternbeirats, Michael Mittelstaedt, der Deutschen Presse-Agentur. Nach Auffassung des Landeselternbeirats sollten Schulen nur schließen, wenn nachweislich die Gesundheit für Kinder und Jugendliche gefährdet sei. Dies sei zum Beispiel der Fall bei Virusvarianten, die in der jüngeren Gruppe größeren Schaden anrichten könnten, so Mittelstaedt. Gäbe es doch wieder Unterricht auf Distanz, müsse berufstätigen Eltern ohne bürokratische Hürden eine Notbetreuung für ihre Kinder angeboten werden.

Schulen fordern Gestaltungsspielraum

Roland Plehn, Vorsitzender der Interessenvertreter der beruflichen Schulleiter in Baden-Württemberg, forderte im SWR mehr Gestaltungsmöglichkeiten für die Schulen in der Pandemie. Einzelne Schulen müssten je nach Lage selbst vor Ort entscheiden können, wann sie in Wechsel- oder Fernunterricht gehen. Das Land solle nur den Rahmen für mögliche Maßnahmen vorgeben.

So berichtete der SWR am Dienstag über die Diskussion um Präsenzunterricht in Baden-Württemberg.

Video herunterladen (6 MB | MP4)

Breites Votum für Präsenzunterricht

Die Forderung nach Präsenunterricht zieht sich quer durch Baden-Württemberg. Unter anderem betonte die Gesamt-Elternbeiratsvorsitzende der Heidelberger Schulen, Andrea Dittmar, wie wichtig dieser Unterricht vor Ort sei. Im SWR sagte sie, am Präsenzunterricht müsse man unbedingt festhalten. Schulschließungen dürften wirklich nur das allerletzte Mittel der Wahl sein. Denn sie bedeuteten für Kinder und Jugendliche weniger Chancengleichheit und eine Verschlechterung der Lern- und der persönlichen Entwicklung, so Dittmar.

Heidelberg

Schulstart mit Omikron - SWR Aktuell-Interview Heidelberger Elternvertreterin: "Schulschließungen allerletztes Mittel"

Am Montag geht in Baden-Württemberg die Schule wieder los. Zunächst im Präsenzunterricht, was auch der Vorsitzenden des Gesamtelternbeirats Heidelberg extrem wichtig ist.  mehr...

Flexibilität gewünscht

Auch der Verband Bildung und Erziehung (VBE) ist für einen Schulstart mit Präsenzunterricht. "Am Montag wird man normal und nach Stundenplan starten", sagte der baden-württembergische VBE-Vorsitzende Gerhard Brand. Er forderte außerdem, dass Schulen vor allem mit Blick auf die neue Omikron-Variante und die unterschiedlichen Infektionszahlen in den Regionen so selbstständig wie möglich über Maßnahmen entscheiden müssten. "Das Land sollte keine rote Linie für landesweite Schulschließungen vorgeben, sondern einen Rahmen oder Fahrplan", so Brand. Innerhalb dieses Rahmens könnten Schulen dann in Absprache mit dem staatlichen Schulamt flexibel entscheiden, was am besten zu tun sei.

GEW fordert tägliche Coronatests

Monika Stein, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), erwartet ebenfalls nicht unbedingt eine landesweit einheitliche Lösung. Allerdings dürfe eine Lösung auch nicht zu kleinteilig ausfallen. "Das sollten nach Möglichkeit die Regierungspräsidien entscheiden", sagte sie. Stein sprach sich außerdem dafür aus, Kinder und Jugendliche vorerst täglich an Kitas und Schulen zu testen. "Ich halte zumindest in den nächsten beiden Wochen nach den Weihnachtsferien tägliche Tests an den Kitas und Schulen für notwendig", sagte sie.

Baden-Württemberg

Nach den Weihnachtsferien BW-Kultusministerium hält an Präsenzunterricht in Schulen fest

Die baden-württembergische Landesregierung will unbedingt am Präsenzunterricht in den Schulen festhalten. Distanzunterricht sei nicht auszuschließen, kritisiert der Lehrerverband.  mehr...

Mehr zum Thema

Debatte um Schulöffnungen Mannheimer Psychologe: Gigantischer Schaden durch Distanz-Unterricht

Über Sinn und Unsinn geöffneter Schulen trotz Omikron wird derzeit heftig debattiert. Dabei raten vor allem Psychologen zum Präsenzunterricht. Die Vorteile gegenüber dem E-Learning seien enorm.  mehr...

STAND
AUTOR/IN
SWR