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Die Weihnachtsferien sind vorbei, die Schule kann beginnen. Von wegen! In diesem Jahr ist wegen Corona alles anders. Aber wie genau läuft der Schulstart ab? Hier finden Sie alles Wichtige.

Ranzen packen und vor dem Gong zum Unterricht auf dem Schulhof erstmal Geschichten aus den Ferien austauschen. So war das früher für Zehntausende Schülerinnen und Schüler. Wegen der Corona-Pandemie ist das völlig anders, seit die Schule nach den Weihnachtsferien am Montag (11. Januar) startet.

Und es ist auch nicht einheitlich. Denn während die einen bis frühestens Ende des Monats warten müssen, bis sie sich auf dem Schulhof wiedersehen, kommen die anderen bereits früher zusammen, sofern es die Lage zulässt. Vor allem bei den älteren Schülern herrscht Verwirrung.

Für wen ist der Unterricht losgegangen?

Eigentlich für alle, die Kitas in Baden-Württemberg bleiben aber noch zu. In Schulen hat der verpflichtende Fernunterricht begonnen. In Ausnahmefällen konnten Schulen aber schon seit dem 11. Januar mit dem Präsenzunterricht beginnen. Das gilt laut Kultusministerium für alle Abschlussklassen. "Für sie kann ab 11. Januar ergänzend zum Fernunterricht auch Präsenzunterricht angeboten werden, sofern dies zwingend zur Prüfungsvorbereitung erforderlich ist", sagte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU).

Wer gehört zu den Abschlussklassen?

Schüler der Klassenstufen 9 und 10, die im laufenden Schuljahr ihre Abschlussprüfung ablegen werden, aber auch die angehenden Abiturienten. Außerdem der erste Oberstufenjahrgang, das sind die Elftklässler im G8-Zug und die Zwölftklässler im G9. Beide Jahrgänge sammeln Notenpunkte für das angestrebte Abitur. Die Abschluss- und Prüfungsklassen der beruflichen Schulen und Schülerinnen und Schüler der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren sind ebenfalls Teil dieser Gruppe. Hier gibt es allerdings Ausnahmen.

Wie werden die Grundschüler unterrichtet?

In der ersten Woche sollen Grundschüler analog oder digital mit Materialien zu Hause lernen. Bislang war es zum Beispiel eine Möglichkeit, Arbeitsaufträge als Papierpaket zu verteilen, Material per Mail zu verschicken, Videos und Apps zu nutzen oder die Lernplattform Moodle zu benutzen. Sie steht allen Schulen zur Verfügung. Zudem soll es eine Notbetreuung geben.

Was sind zwingende Gründe für Präsenzunterricht?

Das ist nicht abschließend geklärt. "Die Beurteilung einer solchen Einzelfallentscheidung liegt bei der Schulleitung", teilte das Kultusministerium mit. Nahe liegend wäre zwar, dass bereits ab der kommenden Woche Klausuren geschrieben werden. Aber das ist vor dem 18. Januar nur "in besonders begründeten Einzelfällen" erlaubt, also zum Beispiel, wenn sich die Zahl der Klausuren sonst ballen würde. Die Schulen können ihre Halbjahreszeugnisse aber auch bis Ende Februar verzögern, Noten darin nur wegen mündlicher Leistungen vergeben oder Klassenarbeiten ins neue Halbjahr verschieben.

So lief der Schulstart nach den Herbstferien (2.11.):

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Gibt es Ausnahmefälle?

Ja. Sogenannte Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) mit den Förderschwerpunkten geistige Entwicklung und körperliche und motorische Entwicklung bleiben geöffnet. Sie können den Regelbetrieb fortführen und haben seit dem 11. Januar geöffnet. Das kritisieren einige Eltern, die sich wegen der Ansteckungsgefahr Sorgen machen. "Gerade diese Schülerinnen und Schüler gehören oft zur Risikogruppe und können meist keine Schutzmaske tragen, müssen aber ohne den notwendigen Sicherheitsabstand betreut werden", bemängelt auch der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg. Andere sind froh, weil sie ihre schwerstbehinderten Kinder nicht mehr alleine pflegen müssen.

Wie geht es weiter?

Für die meisten Schülerinnen und Schüler gibt es bis mindestens Ende Januar statt Präsenz- nur Fernunterricht. Für Kita-Kinder, Grundschüler und die Abschlussklassen soll das nicht gelten. Sie sollen am 18. Januar wieder öffnen, wenn die Infektionszahlen laut neuer Corona-Verordnung "signifikant sinken". Entschieden wird das am kommenden Donnerstag. Das wäre dann ein baden-württembergischer Sonderweg. Die meisten Bundesländer lassen auch diese Schulen geschlossen.

Wann gibt es wieder Präsenzunterricht?

Dazu hat sich die Landesregierung noch nicht geäußert. Es scheint aber sicher, dass es nicht nur auf die reine Inzidenz ankommt, die angibt, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner in einer Region sich binnen einer Woche mit dem Coronavirus angesteckt haben. Nicht nur der Realschullehrerverband fordert daher "nachvollziehbare Richtwerte, ab denen in Wechselunterricht oder Präsenzunterricht eingestiegen werden kann".

Warum wird nicht in leerstehenden Hotels unterrichtet?

Da zeigt sich das Kultusministerium zurückhaltend. "Konzepte lassen sich nur umsetzen, wenn sie pragmatisch sind und der schulischen Realität entsprechen", heißt es. Zum Unterrichten würden nicht nur Flächen oder Räume benötigt, sondern auch eine funktionierende Infrastruktur. Tafeln seien wichtig, Beamer oder auch Fachräume sowie eine pädagogische Umgebung, in der gelernt werden könne.

Muss man sein Kind in die Schule schicken?

Nein, denn nach Angaben des Kultusministeriums ist die Schulpflicht zwar nicht aufgehoben, die Präsenzpflicht seit Juli 2020 allerdings schon. Es gibt also Ausnahmen zum Beispiel für Eltern und Kinder, die zu Risikogruppen gehören oder aus anderem Grund große Angst vor Ansteckung haben. "Es gilt die Regel, dass Eltern, die nicht wollen, dass ihr Kind am Präsenzunterricht teilnimmt, dies der Schule formlos anzeigen können", sagte eine Ministeriumssprecherin.

Wer darf die Notbetreuung in Anspruch nehmen?

In Kitas und für Schüler der Klassen 1 bis 7 wird eine Notbetreuung nur für Kinder angeboten, "deren Eltern zwingend auf eine Betreuung angewiesen sind", teilte das Ministerium mit. Eltern müssen mitteilen, "dass beide entweder in ihrer beruflichen Tätigkeit unabkömmlich sind oder ein Studium absolvieren oder eine Schule besuchen, sofern sie die Abschlussprüfung im Jahr 2021 anstreben".

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