Schülerinnen und Schüler können sich in der Sommerschule weiterbilden (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth)

Corona an Schulen

Corona-Infektionen an Schulen gehen zurück - Zahlen bei Lehrern steigen leicht

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Zwei Wochen nach dem Schulstart in Baden-Württemberg sinken die Corona-Zahlen an den Schulen. Ein zunehmendes Infektionsgeschehen gibt es jedoch bei Lehrkräften.

Gut zwei Wochen nach der Rückkehr von Kindern und Jugendlichen in die Schulen hat Baden-Württembergs Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) ein positives Fazit zum Schulstart gezogen. Die Befürchtungen, dass Rückkehrer aus dem Urlaub das Coronavirus massenweise in die Schulen tragen könnten, haben sich zunächst nicht bestätigt. "Natürlich sind die Zahlen in den ersten zwei Wochen angestiegen, wie auch in anderen Bundesländern. Wir sehen aber jetzt, dass wir einen leichten Rückgang haben", sagte Schopper.

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Am Montag habe es 1.466 positiv getestete Schülerinnen und Schüler gegeben - 146 weniger als am Vortag. Auch die Zahl der Schülerinnen und Schülern in Quarantäne sinke. Derzeit müssen in Baden-Württemberg sechs Klassen von zuhause aus lernen. Darüber hinaus gebe es in 775 der insgesamt 4.500 Schulen Einzelfälle von Corona-Infektionen. Infiziert sind aktuell laut Ministerium 0,1 Prozent aller etwa 1,5 Millionen Schülerinnen und Schüler im Land.

"Man sieht, das Infektionsgeschehen ist am Abklingen. Wie stabil, wird sich zeigen."

"Schulen sind nicht Hort der Infektionen"

Die Nachverfolgung der positiv getesteten Kinder durch das Gesundheitsamt zeige, dass die Schulen nicht "der Hort der Infektionen" seien, erklärte die Ministerin. Das Ausbruchsgeschehen an Schulen bewege sich auf niedrigem Niveau. Von zuletzt 341 aktiven Ausbrüchen im Land haben demnach neun an Schulen stattgefunden. "Zum Vergleich: 235 Ausbrüche fanden im Umfeld statt und 32 Ausbrüche am Arbeitsplatz", bilanzierte Schopper. Von einem Ausbruch spricht man bei einem Infektionsgeschehen mit mindestens zwei zusammenhängenden Fällen.

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Das Schutzpaket aus engmaschigen Testungen, Masken, Hygiene und Luftfiltern habe sich bewährt, betonte auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Schülerinnen und Schüler müssen sich bis zu dreimal pro Woche testen, ungeimpfte Erwachsene an Schulen - etwa Lehrkräfte, Hausmeister oder Sekretariatskräfte - sogar fünfmal. Man sei trotzdem in Habachtstellung. "Die kalte Jahreszeit kommt erst noch", sagte Schopper. Die größte Sicherheit sei nach wie vor das Impfen.

Infektionsgeschehen bei Lehrerinnen und Lehrern steigt

Zudem beobachtet das Kultusministerium steigende Corona-Zahlen bei den Lehrkräften. 60 Lehrerinnen und Lehrer in Baden-Württemberg seien aktuell positiv getestet, 13 mehr als am Vortag, sagte Schopper. Auch die Zahl der Lehrkräfte in Quarantäne steige. Es fände also auch ein Infektionsgeschehen über Lehrkräfte an Schulen statt.

"Wir haben steigende Zahlen bei den Lehrkräften."

Schopper rief alle Lehrkräfte dazu auf, sich impfen zu lassen. Eine Impfpflicht hält die Kultusministerin wegen des Testkonzepts allerdings nicht unbedingt für nötig: "Durch die 3G-Regel wissen wir relativ genau, wer noch keinen Impfschutz hat." An vielen Schulen gebe es im Lehrerkollegium eine Impfquote von etwa 80 bis 90 Prozent. "Ich würde mich nicht gegen eine Impfpflicht wehren an den Schulen. Aber das ist nicht mehr kriegsentscheidend", sagte Schopper.

Philologenverband sieht Testkonzept kritisch

Das von der Landesregierung viel gelobte Testkonzept an den Schulen erntet jedoch auch Kritik. Schülerinnen und Schüler, die nicht geimpft sind, müssen laut aktueller Corona-Verordnung dreimal die Woche einen Antigen-Schnelltest machen. Wer einen PCR-Test macht, muss das negative Testergebnis nur zweimal die Woche vorweisen, um in die Schule gehen zu können. Dies sei unzureichend und unlogisch, sagte der Landesverbandsvorsitzende des Philologenverbands, Ralf Scholl. Ärger an Schulen gibt es laut Philologenverband derzeit außerdem teilweise mit Eltern, die die Maßnahmen ablehnen oder die Pandemie leugnen. Vergangene Woche hatte Schopper den Schulen dazu Unterstützung angekündigt. 

SPD kritisiert Corona-Maßnahmen an Schulen

Kritik gab es außerdem von der SPD. Partei- und Fraktionschef Andreas Stoch warf der Landesregierung vor, das Pandemiegeschehen an Schulen und Kitas einfach für abgeschafft erklärt zu haben. Nur weil die Inzidenz nicht mehr das entscheidende Kriterium sei, "sind Corona, Ansteckungen, Quarantänen und Fernunterricht eben noch lange nicht aus der Welt", erklärte er.

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