Präsenzunterricht in der Tübinger Gemeinschaftschule West (Foto: SWR, Kay-Uwe Hennig)

"Ein ganz neues Gefühl": Endlich wieder Unterricht

Schulen in Baden-Württemberg erfolgreich in den Präsenzunterricht gestartet

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Am Montag endete für hunderttausende Schülerinnen und Schüler in BW das Homeschooling. Nun gilt es Lernlücken zu füllen. Dafür will das Land Lehramtsstudierende einsetzen.

Über den Schulhof hallen Gelächter und das Geräusch zahlreicher Schritte. In den baden-württembergischen Schulen kehrt wieder Leben ein. Nach Monaten des Homeschooling startete nach den Pfingstferien am 7. Juni für alle 2.400 Grundschulen im Land mit ihren rund 370.000 Schülerinnen und Schülern wieder der Präsenzunterricht. Auch ein großer Teil der weiterführenden Schulen in Landkreisen mit einer Sieben-Tages-Inzidenz stabil unter 50 kehrten dem Homeschooling den Rücken.

Lernlücken: Lehramtsstudierende sollen helfen

Hinter den Schülerinnen und Schülern liegen Monate ohne Präsenzunterricht. Während die einen mit den digitalen Lernangeboten gut zurecht kamen, sind andere während der Corona-Krise in einen Lernrückstand geraten. Diese Lernlücken gilt es laut Kultusministerin Theresa Schopper nun festzustellen und zu schließen. Dabei sollen die Schulen im Land in den nächsten Wochen Unterstützung von 550 Lehramtsstudierenden bekommen. Wer auf Lehramt studiert und mindestens im vierten Fachsemester ist, konnte sich auf die Stellen bewerben. "Wir haben eine unglaubliche Resonanz bekommen", sagte Schopper im SWR. Das Programm läuft unter dem Namen "Bridge the gap" ("Überbrücke die Lücke").

Im SWR-Interview erzählt der Vorsitzende des Landesschülerbeirats, David Jung, welche Rückmeldungen ihn nach dem ersten Tag erreicht haben:

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Kultusministerium: Keine negativen Rückmeldungen zum Schulstart

Laut dem baden-württembergischen Kultusministerium gab es zum Schulstart keine negativen Rückmeldungen - auch nicht im Hinblick auf das Ausstellen von Schnelltestbescheinigungen für die Schülerinnen und Schülern. Die Corona-Schulverordnung sieht vor, dass öffentliche und freie Träger von Schulen, Grundschulförderklassen und Schulkindergärten den Kindern, Schülern und dem Personal in Präsenz bis auf festgelegte Ausnahmen jede Schulwoche zwei Corona-Schnelltests anbieten müssen. Das Ergebnis sollen sie den Schülerinnen und Schülern als Nachweis mitgeben. Das hatte die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) im Vorfeld kritisiert und als nicht machbar bezeichnet. Das Ausstellen der Tests sei zu zeitaufwendig und bände Arbeitskraft. Um den Schulen das Durchführen der Tests einfacher zu machen, gibt es nach Angaben des Kultusministeriums vorgefertigte Formulare.

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GEW: Gut, dass Schüler wieder im Klassenzimmer sind

Trotz der Herausforderungen rund um Tests und neue Corona-Regeln war der Start in den Präsenzunterricht offenbar erfolgreich. Ein Sprecher der Bildungsgewerkschaft GEW sagte dem SWR, die Unruhe an den Schulen sei nach den Weihnachts- und Osterferien deutlich größer gewesen. Es sei gut, dass die Schülerinnen und Schüler jetzt wieder im Klassenzimmer seien, um zu erkennen, wo die Lernmängel am größten seien.

In der Schlossgartenschule in Wernau (Kreis Esslingen) war die Vorfreude groß: Laut Schulleiterin Michaela Frey ist es für die Kinder besonders wichtig, wieder soziale Kontakt zu knüpfen und ihre Klassenkameraden wiederzusehen.

"Ich find's richtig toll, wieder in der Schule zu sein."

SWR-Reporterin Hannah Radgen berichtet vom Schulstart im Bismarck-Gymnasium in Karlsruhe:

Auch in der Tübinger Gemeinschaftsschule West freuen sich Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler über die Rückkehr - trotz des Mehraufwandes durch die Corona-Tests.

SWR-Reporter Kay-Uwe Hennig war vor Ort:

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Einige Schulen bleiben beim Homeschooling

Zwar sollen sich die Schulen in Baden-Württemberg an die vom Land festgelegten Öffnungsschritte halten und Präsenzunterricht, wo es möglich ist, anbieten. Doch es gibt Ausnahmen, beispielsweise für die Bertha-von-Suttner-Schule in Ettlingen, eine berufliche Schule im Kreis Karlsruhe. Hier warten die Verantwortlichen noch eine Woche mit der Rückkehr in den Präsenzunterricht, weil in der kommenden Woche Abschlussprüfungen anstehen, für die Schüler aus anderen Teilen des Landes an die Schule kommen. "Der Regelbetrieb ist schon schön. Aber wir haben auch ältere Schüler, die noch nicht geimpft sind, und Bedenken äußern, wenn sie dann wieder enger nebeneinander im Klassenzimmer sitzen", erklärte Schulleiterin Kerstin Hollwedel dem SWR.

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