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In Baden-Württemberg müssen rund 2.000 Schulen das landeseigene Hochschulnetz Belwü verlassen. Digitale Lernplattformen werden zentral umverlagert - mitten in der Corona-Pandemie und bei Fernunterricht.

Schulen müssen sich für ihre Webauftritte jetzt neue Anbieter suchen. Für Mailkonten und digitale Lernplattformen falle die Anbietersuche weg, diese sollen auf eine zentrale Plattform verlagert werden, so Belwü.

In der Begründung an die Schulträger heißt es, dass es inzwischen "veränderte rechtliche Rahmenbedingungen" gebe. Außerdem werde eine "langfristige Perspektive für einen gesicherten Betrieb" benötigt. Diese könne das Kultus- und Wissenschaftsministerium "aus verschiedenen Gründen nicht verlässlich dauerhaft erbringen".

Keine Schulen mehr ins Landeshochschulnetz

Das Landeshochschulnetz nimmt demnach ab sofort keine neuen Schulen mehr auf und möchte ab Oktober die bestehenden Auftritte der Schulen im Hochschulnetz einstellen, wie es heißt. Der Umbau soll stufenweise erfolgen und bis ins Jahr 2023 dauern. Empfehlungen für alternative Dienstleister könne man aus Wettbewerbsgründen keine geben, so Belwü.

Belwü steht für "Baden-Württembergs extended LAN" und ist das Datennetz der wissenschaftlichen Einrichtungen des Landes Baden-Württemberg.

Philologenverband: Ende von Belwü während Corona-Lockdown unverständlich

Der Philologenverband kritisierte, es sei unverständlich, dass mitten in der Corona-Pandemie und im digitalen Wechsel- und Fernunterricht für tausende Schulen Internetanschlüsse, Homepages, Emailkonten und Moodle-Lernplattformen wegfallen.

Der Landesvorsitzende des Verbands, Ralf Scholl, forderte die Landesregierung auf, den Vertrag mit Belwü zu verlängern und in der Zwischenzeit eine landeseigene Lösung zu schaffen.

GEW hält Zeitpunkt für falsch, Unsicherheit für Schulen

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Baden-Württemberg hält das Vorgehen für falsch. Der Zeitpunkt sei ungünstig und sorge bei den Schulen für Unsicherheit, sagte der GEW-Landesvize David Warneck. Das Land müsse nun schnell klären, ob das Landeshochschulnetz ausgebaut werden könne, um so auch die Schulen abzudecken oder stattdessen auf eine eigene Lösung für die Schulen setzen.

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